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Lockdown stellt auch Geflüchtete vor Probleme

Dienstag, 5. Mai 2020

/picture alliance, Petros Giannakouris

Leipzig – Während der aktuellen Coronakrise ist die Situation in Asylunterkünften und Betreuungseinrichtungen besonders schwierig. Das legen Telefoninterviews von Wissen­schaftlern des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) nahe.

Danach leiden Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, besonders unter den Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen: Die Beratungen seien eingestellt, Gemein­schafts­räume geschlossen, Kinder- und Familienbetreuungsangebote, aber auch Aktivitä­ten wie Sport, Nähcafés oder Fahrradwerkstätten seien ausgesetzt.

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Ehrenamtliche Unterstützungen, etwa in Form von Patenschaften ruhten, dadurch fehle der direkte Kontakt zur Bevölkerung. „Die ersatzweise Kommunikation über Video kann nur teilweise Abhilfe leisten und Angebote wie offene Treffs nicht ersetzen, oft scheitert auch sie an der fehlenden Bereitstellung von flächendeckendem WLAN“, berichten Elisa­beth Kirndörfer und Kathrin Hörschelmann vom IfL. Konflikte könnten sich in dieser angespannten Lage leicht hochschaukeln.

Auch die sich ständig ändernde Informationslage führe zu Verunsicherung, vor allem bei Migranten mit geringen Deutschkenntnissen und jungen Geflüchteten, die noch nicht lange in Deutschland lebten.

„Die Menschen wissen oft nicht, was sie dürfen und was nicht. Zu ihrer Angst vor Anste­ckung durch das Virus kommt die Sorge, von der Polizei kontrolliert zu werden und auf­enthaltsrechtliche Probleme zu bekommen“, so die Wissenschaftler.

„Wir steuern auf eine große soziale Krise zu und müssen dafür sorgen, dass die organi­sier­te Zivilgesellschaft gut arbeiten kann“, ziehen die IfL-Forscher ein Resümee. © hil/aerzteblatt.de

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