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Politik

Apple und Google wollen eine Corona-Warn-App pro Land unterstützen

Dienstag, 5. Mai 2020

/dmitrimaruta, stock.adobe.com

Cupertino/Mountain View − Apple und Google wollen ihre Smartphoneschnittstellen für Corona-Warn-Apps für jeweils eine Anwendung pro Land verfügbar ma­chen. Das solle da­für sorgen, dass mehr Nutzer sie installieren sowie einen Flickenteppich aus verschiede­nen Apps verhindern, erklärten die Unternehmen gestern. Wenn jedoch ein Land be­schlie­ße, verschiedene Apps für einzelne Regionen aufzusetzen, sei man bereit, sie dabei zu unterstützen.

Die Corona-Warn-Apps sollen helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Ausgeh­beschränk­ungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind − und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten hatten.

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Von Google und Apple kommen die beiden relevanten Smartphonesysteme Android und die iOS-Software für das iPhone. Sie sind damit als einzige in der Lage, die Basis für eine effiziente Einbindung der Corona-Warn-Apps in die Telefone zu schaffen.

Die US-Konzerne stellen Entwicklern auch Beispiel-Softwarecodes für die Entwicklung von Corona-Warn-Apps zur Verfügung, damit sie die Schnittstellen ausprobieren und ihre Anwendungen schneller programmieren können.

Gestern präsentierten Google und Apple zudem erste Konzepte für die Bedienung der Apps. Darunter ist auch ein Mechanismus für die Verifizierung einer Infektionsmeldung mithilfe von Codes der Gesundheitsämter.

Beim Konzept von Apple und Google soll die Entfernung zwischen Smartphones anhand der Bluetoothsignalstärke gemessen werden. Die Smartphones sollen zugleich per Blue­tooth Kryptoschlüssel austauschen, die sich alle zehn bis 20 Minuten ändern. Damit soll man Begegnungen nachvollziehen können, ohne dass ein Einzelner nachverfolgbar wäre.

Wenn ein Nutzer seine Infektion meldet, werden Nutzer benachrichtigt, die in den ver­gan­genen Tagen seinen Schlüssel empfangen haben. Dieser Abgleich findet ausschließ­lich auf einzelnen Smartphones und nicht zentral auf einem Server statt. Dafür werden alle Schlüssel von Infizierten aus der Region auf die Telefone geladen. Eine Warnung ent­hält den Tag der Begegnung, aber nicht die Uhrzeit.

Die Benachrichtigung über das Infektionsrisiko kann es dabei erst geben, wenn die Tele­fone mehr als fünf Minuten auf kurzem Abstand verbrachten. Dass soll Situationen he­raus­filtern, in denen zum Beispiel jemand an einem Auto vorbeigeht, in dem eine infi­zier­te Person sitzt.

Die Unternehmen bekräftigten, dass die Apps keinen Zugang zu den GPS-Positionsdaten der Smartphones bekommen und keine Daten für Werbung verwenden dürfen. Die aus­drückliche Zustimmung der Nutzer muss nicht nur zur Verwendung der App, sondern ge­sondert auch vor der Infektionsmeldung eingeholt werden.

Apple und Google wollen die Schnittstellen wieder schließen, sobald sie nicht mehr be­nötigt werden. Zugleich erwägen sie, den Mechanismus später fest ins Betriebssystem zu integrieren − dann müssten Nutzer in Zukunft keine spezielle App mehr herunter­laden, sondern könnten die Funktionen einfach in ihren Smartphones aktivieren. Auch dann wä­re eine Zustimmung der Nutzer die Voraussetzung.

Insbesondere bei den Apple-Smartphones sind die Entwickler einer Corona-Warn-App auf die Kooperation mit dem Hersteller angewiesen, da auf dem iPhone keine ständigen Blue­tooth-Zugriffe möglich sind, wenn die App nur im Hintergrund läuft. Frankreich und Großbritannien setzen dennoch bisher auf ein eigenes App-Modell, das auf technische Probleme stoßen könnte.

In Deutschland könnte die Grundregel einer App pro Land relevant werden. Die Bundes­regierung beauftragte erst vergangene Woche den Software-Konzern SAP und die Deutsche Telekom mit der Entwicklung ihrer Corona-Warn-App − sie stehen daher erst ganz am Anfang.

Zugleich gibt es unter anderem eine Firmengruppe rund um das Beratungsunternehmen PwC Deutschland und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, die nach eigenen Angaben schon in wenigen Tagen eine funktionsfähige App präsentieren wollen. © dpa/aerzteblatt.de

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