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Ausland

US-Behörde warnt vor dramatischer Verschärfung der Coronakrise

Dienstag, 5. Mai 2020

/darren415, stock.adobe.com

Washington – Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt vor einer dramatischen weiteren Zuspitzung der Coronakrise in den Vereinigten Staaten. Die Zahl der täglichen Neuinfek­tio­nen könnte bis Anfang Juni laut der internen Prognose um das etwa Achtfache auf 200.000 steigen, wie New York Times und Washington Post gestern berichteten. Die Zahl der täglich verzeichneten Todesfälle könnte demnach auf etwa 3.000 anwachsen.

Schon jetzt sind die USA das mit Abstand am härtesten von der Pandemie getroffene Land der Welt. Die jetzt bekannt gewordene Prognose bedeutet, dass sich die aktuelle Zahl von etwa 69.000 offiziell verzeichneten Coronatoten in den USA in den nächsten Monaten verdoppeln könnte. Die Prognose ist damit düsterer als jene des von Präsident Donald Trump geschaffenen Coronakrisenstabes.

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Das Weiße Haus versuchte, die Relevanz der CDC-Prognose zu relativieren. Es handle sich um ein „internes“ Dokument, das nicht mit anderen Behörden abgestimmt und auch nicht dem Krisenstab vorgelegt worden sei. Trump hatte vorgestern eingeräumt, dass bis zu 100.00 Menschen in den USA der Pandemie zum Opfer fallen könnten. Erst kürzlich hatte Trump noch eine Opferzahl von rund 60.000 vorhersagt − eine Zahl, die inzwischen deut­lich überschritten wurde.

Ihre finstere Prognose begründet die CDC den Berichten zufolge damit, dass einige Bun­des­staaten und Bezirke nicht aggressiv genug gegen die Ausbreitung des neuartigen Vi­rus vorgegangen seien oder bei der Lockerung von Restriktionen zu rasch voranschritten. Die Zuständigkeit für die Anti-Corona-Maßnahmen liegt in den USA weitgehend in den Händen der regionalen und kommunalen Behörden.

Trump selbst dringt im Wahljahr 2020 auf eine möglichst rasche Rückkehr zur Normalität und das Wiederhochfahren der US-Wirtschaft. Seine Regierung hat dafür einen Drei-Stu­fen-Plan vorgelegt, der aber nur den Charakter einer Empfehlung hat. Die Bundesstaaten gehen sehr unterschiedlich mit diesen Leitlinien um.

Im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Kalifornien sollen die Restriktionen ab Freitag etwas weiter gelockert werden. Gouverneur Gavin Newsom kündigte an, dass kleinere Ge­­schäfte wie Buchhandlungen, Spielwaren- oder Blumenläden wieder öffnen dürften. Auch Fabriken und Logistikunternehmen dürfen wieder den Betrieb aufnehmen.

In den gesamten USA wurden heute 1.015 neue Coronatodesfälle verzeichnet. Dies war immerhin ein kleiner Lichtblick: Es handelte sich um die niedrigste Zahl neu regis­trierter Todesopfer seit Anfang April. Die Zahl der offiziellen Infektionsfälle stieg nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität auf mehr als 1,18 Millionen. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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