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COVID-19: Bei welchen Grunderkrankungen Kinder nicht in die Schule gehen sollten

Dienstag, 5. Mai 2020

/shangarey, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) geht grund­sätzlich davon aus, dass Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen, die gut kompensiert sind, kein höheres Risiko für eine schwerere COVID-19-Erkrankung zu fürch­ten haben, als sie dem allgemeinen Lebensrisiko entsprechen.

Dazu zählen zum Beispiel Kinder mit Diabetes mellitus Typ 1, Asthma, neurologischen oder endokrinologischen Erkrankungen und auch Kinder mit angeborenen Herzfehlern oder Herz- Kreislauferkrankungen. Das geht aus einer neuen Stellungnahme der Fachge­sellschaft hervor.

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Die DGKJ betont jedoch: „Nicht für jeden Einzelfall werden allgemeine Empfehlungen zu­treffen und individuelle ärztliche Entscheidungen können nicht durch grundsätzliche Er­wägungen ersetzt werden.“

Zudem sei bis heute nicht klar, ob Kinder mit bestimmten Grunderkrankungen oder medi­ka­­mentösen Therapien ein höheres Risiko für eine SARS-CoV- 2-Infektion oder einen schwe­ren Verlauf der COVID-19-Erkrankung haben als andere und ob es bestimmte Merk­male gibt, die das Risiko individuell erhöhen.

In einer seit Mitte März laufenden Erfassung von hospitalisierten Kindern mit COVID-19-Erkrankung hatten rund ein Viertel der hospitalisierten sowie die Hälfte der intensiv­the­rapiepflichtigen Kinder eine Grunderkrankung.

„Die Zahlen allerdings sind noch zu klein, um Risikoprofile definieren zu können. Auch Studien aus anderen Ländern erlauben bisher keine Rückschlüsse“, betonen die DGKJ-Experten.

COVID-19 kann laut der Fachgesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit Kindern und Ju­gendlichen gefährlich werden, wenn die Lungenfunktion, das kardiovaskuläre System oder die Nierenfunktion in relevantem Maße beeinträchtigt sind. Das gleiche gelte für Kinder mit Immunsuppression.

„Wobei die Frage ‚in relevantem Maße‘ durchaus im Einzelfall kritisch geprüft werden muss“, so die Experten. Eine generelle Freistellung zum Beispiel von Kindern mit ange­borenem Herzfehler, Herz-Kreislauferkrankungen, Rheuma oder Cystischer Fibrose sei nicht zu empfehlen.

Die Fachgesellschaft weist daraufhin, dass Schutzmaßnahmen für vulnerable Gruppen „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur für einige wenige vor uns liegende Wochen gelten, sondern viele Monate bis weit ins Jahr 2021 hinein notwendig werden“. © hil/aerzteblatt.de

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