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Politik

Bayern und NRW lockern Besuchsverbote

Dienstag, 5. Mai 2020

/alonaphoto, stock.adobe.com

München – Bayern lockert das strikte coronabedingte Besuchsverbot in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. In Nordrhein-Westfalen (NRW) dürfen Pflegeheimbewohner ab Sonntag wieder Besuch von Angehörigen und Freunden empfangen.

Ab dem Wochenende sind in Bayern wieder Besuche von einer festen Kontaktperson er­laubt – unter strikten Hygiene- und Schutzmaßnahmen, wie das Kabinett heute in Mün­chen beschloss. Ebenfalls aufgehoben werden in Bayern die wochenlangen coronabe­ding­ten Ausgangs­be­schränkungen – gewisse Kontaktbeschränkungen und ein Verbot von Menschenan­samm­lungen im öffentlichen Raum bleiben aber bestehen.

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Ab morgen ist es erlaubt, eine Per­son außerhalb des eigenen Hausstands und auch enge Familienangehörige zu treffen oder auch zu besuchen. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für ein vorsichtiges Öffnen. Die Erfolge sind eindeutig“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Kabinettssitzung.

Ab kommenden Montag dürfen auch alle Geschäfte wieder öffnen, also auch alle größe­ren. Die bisherige Beschränkung auf eine Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratme­tern entfällt. Nach wochenlanger Zwangspause dürfen in Bayern auch Gaststätten und Hotels schrittweise wieder öffnen: Außenbereiche von Gaststätten am 18. Mai, Speise­lokale im Innenbereich am 25. Mai, Hotels am 30. Mai.

Seit dem 21. März hatte es zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 Ausgangsbeschränkungen gegeben, diese waren zwischenzeit­lich immer wieder verlängert und der Infektionslage entsprechend angepasst worden.

In Bayern sind laut Söder aktuell nur noch rund 6.400 Menschen an SARS-CoV-2 erkrankt. Alleine im Vergleich zur vergangenen Woche habe sich die Zahl der Erkrankten halbiert. Nun sei es daher entscheidend, aus der Krise herauszukommen, langsam und sicher blei­be aber das oberste Gebot. „Heute ist Zeit zum Handeln“, betonte der CSU-Chef.

Das bayerische Konzept sei mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Baden-Würt­tembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) abgestimmt. Söder betonte mit Blick auf die Konferenz von Bund und Ländern, dass der bayerische „Pfad der Ver­nunft“ auch für andere Länder eine Blaupause sein könne, die wie Bayern nicht überstürzt handeln wollten.

Ab Sonntag Besuche in NRW

In Nordrhein-Westfalen (NRW) dürfen Pflegeheimbewohner ab Sonntag wieder Besuch von Angehörigen und Freunden empfangen. Voraussetzung ist, dass wichtige Schutzmaß­nahmen eingehalten werden, etwa durch separate Besuchsareale, entspre­chende Schutz­kleidung und ein Screening der Besucher. Das gab Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Lau­mann (CDU) in Düsseldorf bekannt. Zudem sollen Menschen mit Behinderung in NRW wieder die Möglichkeit haben, in den Werkstätten ihren Tätigkeiten nachzugehen.

„Unter den Maßnahmen zur Eindämmung der Coronaepidemie war das generelle Be­suchs­verbot in den Pflegeheimen und den Einrichtungen der Eingliederungshilfe wohl die Maßnahme, die am meisten weh getan hat“, sagte Laumann. „Die dort lebenden Men­schen haben besonders unter den bestehenden Kontaktverboten gelitten.“

Nicht nur das Coronavirus sei für die Betroffenen eine große Gefahr. „Auch soziale Isola­tion kann erhebliches seelisches Leid und körperliche Schäden verursachen – darum müssen wir die richtige Balance zwischen einem wirksamen Infektionsschutz auf der einen Seite und der sozialen Teilhabe auf der anderen Seite schaffen.“

Konkret sehen die Neuregelungen für die stationären Pflegeeinrichtungen in NRW dem­nach vor, dass Besuche in separaten Arealen oder Raumeinheiten im Außenbereich erfol­gen können. Bei entsprechenden Schutzmaßnahmen und insbesondere auch bei der Be­nutzung von Schutzkleidung können Besuche auch innerhalb der Einrichtung stattfinden, zum Beispiel in separaten Räumen oder bei bettlägerigen Personen im Bewohnerzimmer.

Möglich sind Besuche von bis zu zwei Menschen in den separat eingerichteten Räumen. Direkt auf dem Bewohnerzimmer ist ein Besuch durch einen Menschen möglich. Die Dauer ist je Bewohner auf höchstens zwei Stunden pro Besuch und Tag begrenzt. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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