NewsPolitikScreening für Pflegeheim- und Klinikpersonal in Thüringen kommt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Screening für Pflegeheim- und Klinikpersonal in Thüringen kommt

Dienstag, 5. Mai 2020

/Robert Leßmann, stock.adobe.com

Erfurt − Thüringen will angesichts gelockerter Einschränkungen des Alltagslebens wäh­rend der Pandemie die Labortests auf Infektionen mit SARS-CoV-2 deutlich ausweiten. Dabei sollen auch vorsorgliche Tests beim Personal von Pflegeheimen, ambulanten Pfle­gediensten und Krankenhäusern eingeführt werden, wie Ge­sund­heits­mi­nis­terin Heike Werner (Linke) heute in Erfurt sagte.

Es gehe um den Schutz von Risikogruppen wie älteren und gesundheitlich angeschla­ge­nen Menschen, betonte sie. Sie seien angesichts der Rückkehr zu einer „eingeschränk­ten Normalität“ besonders gefährdet. „Wir haben noch kein Impfmittel und noch kein Medika­ment“, stellte Werner fest. Daher sei es wichtig, Infektionsketten zu unterbrechen.

Anzeige

Geplant ist das Screening von Krankenhaus- und Pflegepersonal, das selbst keine oder nur wenige Symptome zeigt, mit bis zu zwei Tests pro Woche. Dabei würde unter ande­rem Personal einbezogen, das Patienten mit der durch das Virus verursachten Lungen­krank­heit COVID-19 betreut.

Hinzu kommen Mitarbeiter besonders gefährdeter Bereiche wie Intensivstationen, Geria­trieabteilungen und Krebsstationen von Krankenhäusern sowie Beschäftigte von Kliniken und Pflegeeinrichtungen in Regionen mit besonders vielen Coronafällen.

Auch Menschen, die neu in Pflegeeinrichtungen aufgenommen werden oder zum Beispiel nach Klinikaufenthalten dorthin zurückkehren, sollen getestet werden. Dies hatten Pfle­ge­heimbetreiber gefordert. Zudem soll der Kreis der zu testenden Menschen mit beste­henden Atemwegssymptomen und Lungenentzündungen erweitert werden.

Die Laborkapazitäten für die Ausdehnung der Tests sind Werner zufolge vorhanden. Von 24.000 möglichen Tests pro Woche würden derzeit nur 11.000 in Anspruch genommen. Mit der Einbindung tiermedizinischer Laborkapazitäten des Landesamtes für Verbrau­cher­schutz in die Diagnostik und die Einführung neuer Testtechniken könne die Kapazität langfristig auf 30.000 Tests wöchentlich hochgefahren werden.

Weil die Krankenkassen die Finanzierung vorsorglicher Tests bislang nicht übernehmen, will das Land dafür zunächst die Kosten tragen. Für die Beschaffung von Tests, mit denen sich eine bereits durchgemachte unbemerkte Coronainfektion nachweisen lässt, rechnet Werner mit einem Finanzbedarf von 25 Millionen Euro.

In Thüringen ist es bisher in einer Reihe von Pflegeeinrichtungen zu Coronainfektionen gekommen. Im Landkreis Greiz, der in Thüringen besonders stark von der Pandemie be­troffen ist, waren bei einem Massentest in fünf Pflegeheimen bei etwa 900 Menschen Abstriche genommen worden. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNSLNS
LNSLNS LNSLNS
Anzeige

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER