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Politik

Linke will Entlastung von Pflegekräften

Mittwoch, 6. Mai 2020

Susanne Ferschl (Die Linke) /picture alliance, Arne Immanuel Bänsch

Berlin − Der Ruf nach Entlastungen und mehr Anerkennung für Pflegekräfte wird lauter. „Aufwertung der Pflegeberufe heißt konkret: Sechs-Stunden-Schichten, allgemein ver­bind­liche Tariflöhne und ein Gesundheitswesen in öffentlicher Hand“, sagte die stellver­tretende Fraktionsvorsitzende der Linken, Susanne Ferschl, der Augsburger Allgemeinen heute. Angesichts eines Anstiegs von Coronainfizierten im Gesund­heitsbereich müsse ins­besondere die Arbeitszeit rasch verkürzt werden.

Nach jüngsten Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) stieg die Zahl der Infektionen im Gesundheitssystem binnen zwei Wochen um mehr als ein Drittel auf 10.101 registrierte Fälle. Ferschl erklärte, die Coronaarbeitszeitverordnung, die Zwölf-Stunden-Schichten in Gesundheitsberufen zulässt, müsse sofort zurückgenommen werden. „Kürzere Arbeits­zei­ten im Gesundheitswesen retten Leben und schützen die Gesundheit von Beschäf­tigten und Patienten.“

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Der Mediziner Eckhard Nagel sagte der Zeitung, die Arbeit in medizinischer Schutzklei­dung sei „enorm anstrengend“. Im chinesischen Wuhan seien sowohl die Infektionsraten beim Gesundheitspersonal als auch die Sterberaten bei den Patienten gesunken, als die Arbeitszeit auf sechs Stunden verkürzt worden sei. „Bei den Patienten sank die Sterblich­keitsrate, weil man sie besser behandeln kann, und als zweites haben sich deutlich weni­ger Klinikmitarbeiter mit COVID-19 in der Arbeit angesteckt.“

Aus dieser Erfahrung lasse sich auch für die Zukunft der Versorgung von schwerst­kranken Patienten etwas lernen, fügte Nagel hinzu, der lange Mitglied des Deutschen Ethikrats war.

Beispiele dafür seien Transplantationen oder die Behandlung von Schlaganfall- und Herzinfarkt-Patienten. „Ob kürzere Schichten in der Normalversorgung auch einen Vorteil hinsichtlich der Gesundheitsgefährdung am Arbeitsplatz und für das Wohl der Patienten hat, sollte man untersuchen“, so Nagel. © kna/aerzteblatt.de

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