NewsAuslandSea-Eye kritisiert Festsetzung der „Alan Kurdi“
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Sea-Eye kritisiert Festsetzung der „Alan Kurdi“

Mittwoch, 6. Mai 2020

/picture alliance, Fabian Heinz, Sea-Eye

Rom – Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye hat das Festsetzen des Schiffs „Alan Kurdi“ durch die italienischen Behörden kritisiert. Ein Sprecher bezweifelte, ob die Überprüfung des Schiffs durch die Küstenwache im Hafen von Palermo wirklich nur die Sicherheit an Bord erhöhen solle.

Die Behörden hatten die im Hafen liegende „Alan Kurdi“ gestern Abend technisch kon­trolliert und dann festgesetzt. Grund seien „mehrere Unregelmäßigkeiten“, die nicht nur die Besatzung, sondern auch andere Menschen an Bord gefährden könnten, berichtete die Agentur Ansa. Zuvor hatte die „Alan Kurdi“ 146 im Mittelmeer gerettete Migranten nach längerem Tauziehen um eine Anlegemöglichkeit nach Sizilien gebracht.

Anzeige

Ob die Kontrolle des Schiffs „allein der Sicherheit der Geretteten und der Crews dient, ist keinesfalls eine überzeugende Argumentation der italienischen Behörden“, schrieb Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler in einer Mitteilung. „So wirkt es zynisch, die 146 Geretteten an Bord der „Alan Kurdi“ zunächst 12 Tage festzuhalten, um dem Schiff dann zu attestieren, dass es nicht dazu geeignet sei, so viele Menschen sicher zu versorgen und den dabei anfallenden Abfall dabei sicher zu entsorgen.“

Das Schiff soll bis zur Beseitigung der Mängel festgesetzt bleiben. Nach Angaben Islers sind die Beanstandungen „technisch lösbare Aufgaben“. Allerdings werde dadurch im Mai kein neuer Einsatz möglich sein.

Die „Alan Kurdi“ hatte Anfang April vor Libyen rund 150 Migranten aufgenommen. Vor der italienischen Küste verbrachten die meisten eine zweiwöchige Coronaquarantäne auf einer Fähre. Sie durften inzwischen an Land. Ihre Verteilung auf mehrere Staaten Europas galt als noch nicht geklärt. Das Schiff der Hilfsorganisation mit Sitz in Regensburg in Bayern durfte am Wochenende in Palermo einlaufen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

29. Mai 2020
Berlin – Flüchtlinge in Sammelunterkünften sind besonders gefährdet, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Leitung des Epidemiologen
Hohes Risiko für SARS-CoV-2-Infektionen bei Geflüchteten in Sammelunterkünften
28. Mai 2020
Berlin – Politische Entscheidungen sollen künftig das Thema Globale Gesundheit vermehrt einbeziehen. In verschiedenen Ressorts deutscher Ministerien sowie auf EU-Ebene soll es dazu eine engere
Gesundheitspolitik als internationale Aufgabe denken
28. Mai 2020
Neu Delhi – Mitten in der Coronakrise plagt Indien die schlimmste Heuschreckenplage seit knapp drei Jahrzehnten. Fernsehbilder zeigen, wie sich große Insektenschwärmen auf Gemüse, Hülsenfrüchte,
Schlimmste Heuschreckenplage seit 27 Jahren in Indien
22. Mai 2020
Neu Delhi/Dhaka – Mehr als 90 Menschen sind bei dem Zyklon „Amphan“ in Indien und Bangladesch gestorben. Rund zehn Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen von einem der stärksten
Millionenschwere Hilfen nach Zyklon in Indien und Bangladesch angekündigt
19. Mai 2020
Mainz – Flüchtlingsunterkünfte und Asylbewerberheime könnten wegen der hohen Personendichte zu Brennpunkten für Infektionen mit SARS-CoV-2 in Deutschland werden. Das berichtete der SWR heute in Mainz
Studie zeigt hohes Infektionsrisiko in Flüchtlingsunterkünften
18. Mai 2020
St. Augustin – In einem Flüchtlingsheim in St. Augustin bei Bonn haben sich nach aktuellen Testergebnissen 130 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. Die restlichen rund 170 Bewohner hätten sich nicht
130 Infizierte im Flüchtlingsheim in St. Augustin
15. Mai 2020
Berlin − Mit schwerwiegenden humanitären Folgen der Coronapandemie hat sich der Bundestag heute in seinem ersten Tagungsordnungspunkt beschäftigt. „Das Coronavirus ist eben nicht nur eine
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER