NewsÄrzteschaftNeurologische Fachgesellschaft stellt neue Leitlinie zu Synkopen vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Neurologische Fachgesellschaft stellt neue Leitlinie zu Synkopen vor

Mittwoch, 6. Mai 2020

/Rainer Fuhrmann, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat eine neue S1-Leitlinie „Syn­kopen“ vorgestellt. „Patienten mit kurzzeitigem Bewusstseinsverlust werden in der Regel dem Notarzt, dem Allgemeinmediziner, dem praktizierenden Internisten/Kardiologen oder Neurologen oder dem Internisten oder Neurologen in Krankenhausnotaufnahmen vorgestellt“, erläutern die Autoren um Rolf Diehl.

Oft werde erst im Laufe der Abklärung klar, welche Fachrichtung für die Erkrankung des Patienten zuständig sei. „Der Abklärungsprozess sollte aber nicht von den üblichen Rou­tineprozeduren der erstbehandelnden Disziplin abhängen“, fordern sie.

Anzeige

Sinnvoll sei bei kurzzeitigem Bewusstseinsverlust vielmehr ein einheitlicher diagnosti­scher Prozess, der unabhängig davon sein sollte, ob Kardiologen, Neurologen oder andere den Patienten zuerst sehen.

„Ein leitliniengerechtes standardisiertes Vorgehen kann die Zahl der Krankenhaustage reduzieren, die Anzahl der apparativen und Laboruntersuchungen verringern und hilft, Kosten in der Gesundheitsversorgung von Patienten mit Synkopen einzusparen“, so die Autoren der Leitlinie.

Ein einheitliches Vorgehen soll außerdem garantieren, dass der Patient möglichst rasch eine adäquate Therapie erhält. Die neue Leitlinie soll daher dazu beitragen, „einen ein­heitlichen Standard zu Abklärung und Therapie von Synkopen bei allen an der Behand­lung dieses Krankheitsbilds beteiligten Fachdisziplinen zu etablieren“, so die Autoren.

Die Abklärung von kurzen Bewusstseinsverlusten umfasst laut der Leitlinie eine Basis­diag­nostik und gegebenenfalls weiterführende Untersuchungen. Die Basisdiagnostik be­inhaltet eine detaillierte Anamnese und Fremdanamnese, eine körperliche Untersuchung, ein Zwölf-Kanal-EKG und einen aktiven Stehtest über mindestens drei Minuten, den soge­nannten verkürzten Schellong-Test.

Bereits nach der Basisdiagnostik könnten Ärzte verschiedene Synkopenursachen wie kar­di­ale Synkopen, vasovagale Synkopen, orthostatische Hypotension, posturales Tachykar­diesyndrom mit ausreichender Sicherheit eingrenzen. Ärzte könnten hier auch Hochrisi­ko­patienten identifizieren, die unverzüglich einem kardialen Monitoring und weiterer Diagnostik zugeführt werden sollten.

„Bei rezidivierenden Synkopen ohne Prodromi und mit Verletzungsgefahr sollte ein im­plan­tierbarer Ereignisrekorder erwogen werden, um die Indikation für einen Schrittma­cher festzustellen“, so die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. Mai 2020
Köln – Aktualisierungsbedarf am Disease-Management-Programme (DMP) zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sieht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Chronikerprogramm zu COPD sollte aktualisiert werden
6. Mai 2020
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat eine Neufassung der S1-Leitlinie „Diagnostik und Therapie von neurogenen Blasenstörungen“ vorgelegt. Sie ist bis bis Januar 2025 gültig.
Neue Leitlinie zu neurogenen Blasenstörungen
5. Mai 2020
Berlin – Auch wenn derzeit ausreichend intensivmedizinische Ressourcen in den Kliniken vorhanden sind, schließt die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) eine noch kommende Situation der Knappheit im Rahmen
Bundesärztekammer stellt Orientierungshilfe für Triage vor
4. Mai 2020
Berlin – Im Leitlinienprogramm Onkologie ist eine aktualisierte Fassung der S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren“ erschienen. An der Arbeit daran haben sich 29
S3-Leitlinie zu malignen Ovarialtumoren aktualisiert
24. April 2020
Berlin – Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie und der Deutschen Krebsgesellschaft überarbeitet. Die
S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom aktualisiert
21. April 2020
Düsseldorf – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hat eine neue S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Peniskarzinoms erstellt. Die Leitlinie bildet den aktuellen
Neue S3-Leitlinie zum Peniskarzinom zur Kommentierung im Netz
15. April 2020
Berlin – Einen Leitfaden „Ambulante patientenzentrierte Vorausplanung für den Notfall“ haben sechs medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften vorgestellt. Er soll ambulant tätige Ärzte bei der
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER