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Politik

Neues Modell zur ambulanten Pflege in Schleswig-Holstein finanziert Stundensätze

Mittwoch, 6. Mai 2020

/dpa

Kiel – Ein alternatives Finanzierungsmodell für die ambulante Pflege erprobt ein neues Modellprojekt in Schleswig-Holstein. Die Pflegekräfte werden nicht einzeln für erbrachte Leistungen, sondern pauschal nach Stunden vergütet.

Sie entscheiden selbstständig ohne Pflegedienstleitung, wie sie die Pflegebedürftigen versorgen. Die Pflegenden haben zudem die Möglichkeit, direkt mit den behandelnden Ärzten in Kontakt zu treten. Das soll die betreuenden Ärzte entlasten und die sektoren­übergreifende Zusammen­arbeit stärken.

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„Dieses besondere Projekt bietet ganz neue Perspektiven. Die Pflegekräfte können selbst Prioritäten in der Pflege setzen und weitgehend selbstständig agieren“, sagte Schleswig-Holsteins Ge­sund­heits­mi­nis­ter Heiner Garg (FDP).

Sie betonte, die Pflege werde in diesem Projekt neu gedacht, weil es nicht darum gehe, in möglichst kurzer Zeit viele Leistungen zu erbringen. So bleibe zum Beispiel mehr Zeit für Gespräche mit den pflegebedürftigen Menschen. „Ich hoffe, dass es trotz der aktuellen Krise gelingen wird, genug Pflegekräfte für das Projekt zu gewinnen,“ sagte Garg.

Das Land fördert das Projekt „Autonome ambulante Pflegeteams – mehr Menschlichkeit für ein attraktives Arbeitsfeld“ über drei Jahre mit insgesamt knapp 800.000 Euro.

„Wir beteiligen uns an der Förderung, weil wir unterstützen wollen, dass Pflege in den ländlichen Räumen attraktiv und bedürfnisgerecht gestaltet werden kann, um den Pflege­bedürftigen ein Verbleiben in ihrer Umgebung zu ermöglichen und attraktive Arbeitsplät­ze in ländlichen Räumen gesichert werden“, sagte Kristina Herbst, Staatssekretärin im Innenministerium.

Projektträger ist der ambulante Pflegedienst „Mook we gern“ aus Meldorf, ein Tochter­unternehmen der Stiftung Mensch. Geschäftsführerin Uta Kleinschmidt umreißt den Ansatz: „‚Keep it small – keep it simple‘ ist ein Leitsatz“, erklärte sie.

Die Pflegekräfte würden sich selbst organisieren. Die Abrechnung werde vereinfacht. Man erhoffe sich mehr Zeit für die ganzheitliche Pflege, die das seelische und geistige Wohl der Klienten in den Mittel­punkt stelle. Darüber hinaus wolle man damit helfen, die Liebe zum Beruf wieder zu entdecken. Das sei „zweiter Leitsatz“, so Kleinschmidt. © hil/aerzteblatt.de

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