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Politik

Spahn mahnt: Coronaepidemie noch nicht vorbei

Samstag, 9. Mai 2020

Jens Spahn /dpa

Saarbrücken – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat davor gewarnt, die Coronapandemie in Deutschland bereits als erledigt zu betrachten. In manchen Wortbeiträgen der Bundestagsdebatte habe er am Donnerstag den Eindruck gehabt, es gebe das Gefühl, „wir sind durch“, sagte Spahn am Freitag in Saarbrücken. „Aber ich will ausdrücklich sagen: Das ist nicht der Fall.“

Man habe es zwar zusammen geschafft, die Ausbreitung des Virus' so zu verlangsamen, dass man umgehen könne mit der Zahl der Neuinfektionen, was das Gesundheitswesen anbetreffe. „Aber wir werden weiter mit diesem Virus leben müssen“, so Spahn. Und man werde miteinander lernen müssen, mit diesem Virus zu leben, um ihm die Ausbreitung so schwer wie möglich zu machen.

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In der Nachbarregion des Saarlandes, Grand Est, habe man erlebt, was das Virus anrichten könne, „wenn es sich unkontrolliert ausbreitet, wenn das Gesundheitswesen in eine Überforderung kommt, wenn Situationen entstehen, wo nicht mehr für jeden sofort die entsprechende medizinische Versorgung zur Verfügung steht“, betonte der Minister. Gerade das Wissen darum, dass man es gemeinsam geschafft habe, solche Situationen in Deutschland und auch im Saarland zu vermeiden, mache „demütig, nicht übermütig“.

Durch das gute Zusammenwirken von Bund und Land habe man es gemeinsam geschafft, bis hierhin „gut durchgekommen“ zu sein. Dies sollte einerseits als gemeinsamer Erfolg wahrgenommen werden, andererseits aber auch als ein Erfolg, der nicht verspielt werden dürfe, sondern gesichert werden müsse.

Präventive Testungen forcieren

Spahn hatte zuvor mit dem saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) per Videoschalte an einer außerordentlichen Ministerratssitzung teilgenommen. Vor Journalisten lobte er anschließend die flächendeckenden Coronavirustests in saarländischen Altenheimen. Es sei auch ein Ziel des neuen Gesetzes, das nächste Woche verabschiedet werden soll, präventive Testungen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern umfangreicher möglich zu machen als bisher.

Mittlerweile gebe es eine Kapazität von bis zu einer Million Tests in der Woche, die Labore schaffen könnten. Im Moment werde aber deutlich weniger abgefordert. Nachdem große Anstrengungen unternommen worden seien, die Kapazitäten zu erhöhen, solle jetzt die Möglichkeit genutzt werden, vor allem stärker in den Krankenhäusern und Pflege­ein­richtungen sowohl das Personal, als auch Patienten und Pflegebedürftige zu testen. Ein Vorbild könne das Saarland zudem auch für Antikörper-Testungen sein. Sie sollen in Kürze mit 2.300 repräsentativ ausgewählten Teilnehmern starten.

„Wir wissen um das hohe Gut von Tests und der Früherkennungen, auch wenn man dadurch möglicherweise dann in Kauf nimmt, dass es noch mal zu härteren Maßnahmen kommen wird“, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU). Nach Meinung des Bundesgesund­heitsministers wird „andersherum auch ein Schuh daraus: Wer frühzeitig, umfassend und regelmäßig testet, erkennt mögliche Infektionsherde so früh, dass eben die Zahlen erst gar nicht übermäßig steigen.“

Im Anschluss standen für Spahn noch Besuche des Alten- und Pflegezentrums Annaheim in Wiebelskirchen und des Instituts für Virologie am Uniklinikum Homburg auf dem Programm. © dpa/aerzteblatt.de

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wolwo
am Dienstag, 12. Mai 2020, 14:37

Reproduktionsrate der Leichtgläubigkeit ist besorgniserregend

Die vom RKI verkündete Reproduktionsrate ist ein Zeichen gedankenlosen Gehorsams der RKI-Leitung. Zum Glück gibt es im RKI noch viele gute kritische Wissenschaftler, die natürlich wissen, dass mit dem R-Wert bei uns derzeit nur die Zahl der durchgeführten Tests gemessen wird.

In allen Publikationen liegt die Positivrate der durchgeführten SARS-CoV-2 Tests selten über 8 % sondern sondern bleibt in Deutschland offenbar eher um 6 %.
Wenn jetzt unsinnigerweise das Geld für Millionen weitere Tests verschleudert wird, so wirkt es auf unkundige Politiker und andere, als würde die Infektionsrate zunehmen. Das einzige was zunimmt ist jedoch die Zahl der Tests, die millionenfach messen, was wir längst wissen. Ärzteschaft, Krankenkassen und Wissenschaftsjournalisten sollten sich nicht in die Irre führen lassen.

LNS

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