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USA: Chefvirologe des Weißen Hauses in Quarantäne

Montag, 11. Mai 2020

Anthony Fauci /picture alliance, AP Photo

Washington – In der Umgebung von US-Präsident Donald Trump mehren sich die Fälle von Mitarbeitern und Beratern, die wegen des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Quarantäne müssen. Unter anderem befindet sich der Chefvirologe Anthony Fauci nach einem Kontakt mit einem positiv getesteten Regierungsmitarbeiter seit dem Wochenende in häuslicher Isolation.

Er werde sich in eine „modifizierte Qua­ran­täne“ begeben, sagte Fauci dem Sender CNN. Engen Kontakt zu dem positiv auf das Coronavirus getesteten Regierungsmitarbeiter habe er nicht gehabt. Er werde von zu Hause aus arbeiten und sich täglichen Tests unterziehen. Alle bisherigen Tests seien negativ ausgefallen.

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Neben Fauci befinden sich laut CNN auch der Direktor der Gesundheitsbehörde CDC, Ro­bert Redfield, und der Leiter der US-Arzneimittelbehörde FDA, Stephen Hahn, in Selbst­iso­lation. Redfield und Hahn würden am vergangenen Dienstag per Videokonferenz an einer Anhörung zur Coronapandemie im US-Senat teilnehmen, sagte der Leiter des Ge­sundheitsausschusses, Lamar Alexnder.

Fauci werde voraussichtlich persönlich an der Anhörung teilnehmen und dabei eine Mas­ke tragen, berichtete CNN. Unklar ist, um wen es sich bei dem infizierten Regierungs­mit­arbeiter handelt, mit dem die drei Experten der Taskforce Kontakt hatten.

Erst am vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass sich die Pressesprecherin von Vizepräsident Mike Pence, Katie Miller, mit SARS-CoV-2 infiziert hat. Dies weckte Befürch­tungen, wonach es im Weißen Haus eine Reihe weiterer Infektionsfälle geben könnte.

Miller hatte noch am vergangenen Donnerstag an einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses teilgenommen. Neben Trump waren dabei auch First Lady Melania Trump sowie zahlreiche ranghohe Mitarbeiter anwesend. Zudem ist Pences Sprecherin mit Trumps Redenschreiber Stephen Miller verheiratet.

Am vergangenen Donnerstag war zudem ein im Weißen Haus als Butler eingesetzter Sol­dat positiv auf das Coronavirus getestet worden. Trump und Pence wurden in der Folge negativ getestet. Sie unterziehen sich inzwischen täglich einem Test.

Der für sein Krisenmanagement viel kritisierte Trump weigert sich aber entgegen den offiziellen Empfehlungen weiterhin, eine Schutzmaske zu tragen. So nahm der Präsident am vergangenen Freitag in Washington gemeinsam mit Veteranen an einer Kranznieder­le­gung zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren teil. Weder Trump noch die Veter­anen im Alter zwischen 96 und 100 Jahren trugen Gesichtsmasken. Sie hielten aber einen Sicherheitsabstand ein.

Wegen ihres Alters gehören sowohl Trump als auch die Veteranen grundsätzlich zur Coro­narisikogruppe. Trump sagte nach der Veranstaltung, er habe „weit weg“ von den Vetera­nen gestanden. Er verwies außerdem auf den starken Wind, der „in eine solche Richtung“ geweht habe, dass ohnehin kein Virus die Veteranen hätte erreichen können.

In die Reihe der Kritiker der Coronapolitik des Präsidenten reihte sich am Wochenende auch sein Vorgänger Barack Obama ein: Trumps Krisenmanagement sei „eine absolut cha­otische Katastrophe“, sagte Obama laut eines vorgestern bekannt gewor­de­nen Audiomitschnitts eines Gesprächs mit früheren Mitgliedern seiner Regierung.

Obama kritisierte, in Trumps unangemessenen Reaktionen auf die Herausforderungen der Coronapandemie spiegele sich eine Denkweise des „,Was ist für mich drin' und ,Zum Teufel mit allen anderen'“ wieder. Egoismus und Feinddenken sei zu einem „stärkeren Impuls im amerikanischen Leben geworden“.

Die USA sind das am schwersten von der Coronapandemie betroffene Land der Welt. In den Vereinigten Staaten wurden mittlerweile mehr als 1,3 Millionen Infektionen und mehr als 78.000 Coronatote gemeldet. Trump wird vorgeworfen, die Pandemie unter­schätzt und nicht früh genug auf die Herausforderungen reagiert zu haben. Außerdem lasse er die Bundesstaaten im Kampf gegen das Virus allein. © afp/aerzteblatt.de

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