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Ausland

USA blockieren UN-Resolution zu Pandemie

Sonntag, 10. Mai 2020

/dpa

New York – Die USA haben im UN-Sicherheitsrat eine Resolution zu SARS-CoV-2 verhin­dert. Die Vetomacht blockierte eine Prozedur, die den Weg für eine Abstimmung über den Resolutionstext freigemacht hätte. „Die Vereinigten Staaten können den derzeitigen Ent­wurf nicht unterstützen“, erklärte die US-Vertretung ohne jede Begründung.

In dem von Frankreich und Tunesien vorgelegten Text wird zu Waffenruhen in allen Kon­fliktgebieten weltweit aufgerufen, um den Kampf gegen das Coronavirus zu erleichtern. Außerdem wird zu einer Unterstützung aller an der Eindämmung der Pandemie beteilig­ten UN-Organisationen aufgerufen, einschließlich aller UN-Gesundheitsorganisationen. Das würde die Welt­gesund­heits­organi­sation einschließen, auch wenn die WHO nicht na­mentlich genannt wird.

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Diplomaten zufolge stößt der Resolutionstext deswegen auf den Widerstand der USA: US-Präsident Donald Trump hat der WHO in der Coronapandemie schweres Fehlversagen und eine zu große Nähe zu China vorgeworfen. Der Präsident legte deswegen die US-Zahlun­gen an die WHO auf Eis, was international auf scharfe Kritik stieß. Die allgemeine Formu­lie­rung zu UN-Organisationen war eigentlich ein Kompromiss, mit dem die USA zu einer Unterstützung der Resolution gebracht werden sollten.

Andere Diplomaten sagten am Freitag, die USA wollten in dem Resolutionsentwurf zu einer ursprüngliche Formulierung zu „Transparenz“ in der Zusammenarbeit zurückkehren. Die USA haben China, wo das neuartige Coronavirus zuerst aufgetaucht war, wiederholt eine Verschleierungstaktik vorgeworfen.

Kritiker werfen Washington vor, mit den Vorwürfen gegen Peking und die WHO von eige­nen Versäumnissen im Kampf gegen das Coronavirus ablenken zu wollen. Die USA sind mit großem Abstand das Land mit den meisten bestätigten Infektions- und Todesfällen weltweit. In dem Land wurden nach Angaben der John-Hopkins-University bereits knapp 1,3 Millionen Infektionen und mehr als 78.000 Tote registriert.

Weltweit haben sich bereits mehr als vier Millionen Menschen mit dem neuartigen Virus angesteckt. Fast 280.000 Menschen sind bisher daran gestorben. Gut 1,3 Millionen Infi­zier­te gelten als geheilt. © afp/may/aerzteblatt.de

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