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Ausland

Coronakrise: Viele Länder wagen Lockerungen

Montag, 11. Mai 2020

/Ananass, stock.adobe.com

Berlin – In Frankreich können die Menschen wieder ohne Passierschein vor die Tür. In Spa­nien gelten mancherorts weiter strikte Ausgehsperren. Bei der Lockerung der Coro­na­regeln in Europa schlagen Länder und Regionen oft sehr unterschiedliche Wege ein. Ein Überblick.

Schweiz: Rund acht Wochen nach der Schließung dürfen heute Kindergärten und Schu­len, Geschäfte, Restaurants und Museen wieder öffnen. Sport in Gruppen von bis zu fünf Personen ist wieder erlaubt.

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Außer in Schulen sind überall Hygienemaßnahmen sowie Abstand vorgeschrieben. Wer kann, soll weiter von zu Hause arbeiten, damit es kein Gedränge im Nahverkehr gibt. Ge­schlossen bleiben bis Anfang Juni Kinos, Casinos, Schwimmbäder, Fitnesszentren und Campingplätze. Masken sind keine Pflicht, aber etwa in Bus und Bahn empfohlen.

Frankreich: Seit heute können die Menschen wieder ohne Passierschein vor die Tür. Die Beschränkungen für Sport oder Spaziergänge fallen weg. Auch die Geschäfte sollen wie­der öffnen. Restaurants und Bars bleiben aber zu. In weniger stark betroffenen Départe­ments dürfen Parks und Gärten wieder öffnen. Schrittweise sollen auch Schulen und Krippen aufmachen. Die Bewegungsfreiheit bleibt aber eingeschränkt.

Wer mehr als 100 Kilometer (bisher: 1 Kilometer) weit weg will, braucht einen triftigen Grund. In der Pariser Metro haben zu Stoßzeiten Fahrgäste mit Bescheinigung der Arbeit­geber Vorrang. In öffentlichen Verkehrsmitteln sind Masken jetzt Pflicht.

Belgien: Nach wochenlangem Verbot dürfen wieder alle Geschäfte öffnen – allerdings un­ter strengen Hygieneauflagen. Zum Muttertag wurden bereits gestern Einschränk­ungen gelockert: Jeder Haushalt darf nun vier Personen empfangen. Es müssen allerdings immer die gleichen sein – und sie dürften nur diesen einen Haushalt besuchen. Das Abstandsge­bot gilt weiter.

Niederlande: Nach zwei Monaten öffnen die Grundschulen wieder – zunächst für je die Hälfte der Schüler pro Tag. Auch Kitas und Bibliotheken sind wieder offen. Friseure, Be­auty-Salons und Masseure dürfen wieder Kunden empfangen. Sport im Freien ist wieder erlaubt – allerdings ohne Körperkontakt und nur, wenn ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.

Dänemark: Der gesamte Einzelhandel darf wieder öffnen – auch die Einkaufszentren.

Tschechien: Geschäfte in Einkaufszentren dürfen öffnen. Nach fast zwei Monaten können die Menschen auch wieder zum Friseur gehen, so lange dieser Mundschutz und Schutzvi­sier trägt. Der Betrieb in Museen, Galerien, Theatern, Kinos und Konzertsälen darf starten.

Hier dürfen maximal 100 Menschen zugleich eingelassen werden, die Besucher müssen Mindestabstände einhalten. Das gilt auch für Hochzeiten, Sportevents und Gottesdienste. Der reguläre internationale Reiseverkehr mit Bus, Bahn und Flugzeug wird wieder zuge­lassen. Für Ausländer gilt aber weiter ein weitgehender Einreisestopp.

Spanien: Das Urlaubsland geht regional unterschiedlich vor: Die Balearen mit der Haupt­insel Mallorca, das Baskenland und andere Regionen beginnen „Phase 1“ der Normalisie­rung. Hotels, Restaurants und Bars im Freien dürfen wieder öffnen. In anderen Regionen wie Katalonien oder Valencia sind Lockerungen nur begrenzt erlaubt. Die Hauptstadt Ma­drid und die Metropole Barcelona bleiben in „Phase 0“ mit strikter Ausgehsperre.

Griechenland: Mit der Öffnung aller Geschäfte des Einzelhandels beginnt die zweite Pha­se des Neustarts der Wirtschaft. Damit kommt nach Angaben der Regierung ein Drittel der Arbeitnehmer zurück zum Arbeitsplatz. Zudem kehren die letzten Klassen der Gym­nasien zurück in die Schulen, damit sie die Prüfungen ablegen können.

Norwegen: Auch die älteren Schüler sind zurück im Unterricht. Seit knapp zwei Wochen durften Erst- bis Viertklässler wieder zur Schule, die Schüler der fünften bis zehnten Stu­fen sowie der weiterführenden Schulen dagegen nicht.

Finnland: Die Schulen sollen am Donnerstag wieder öffnen.

Estland: Einkaufszentren dürfen wieder öffnen, samt ihrer Restaurants und Cafés. Kinos, Kegelbahnen oder Spielbereiche müssen dicht bleiben. Besucher sind angehalten, in Ge­schäften Mund und Nase zu bedecken. Auch Museen und Ausstellungshallen sind wieder zugänglich. Erlaubt sind Gruppen bis zu zehn Menschen.

Litauen: EU-Bürger und Ausländer mit Visa dürfen wieder einreisen. Aus Deutschland können zusätzlich zu der Fährverbindung von Kiel nach Klaipeda (Memel) auch die Rou­ten ab Rostock und Travemünde wieder befahren werden. Aber Einreisende müssen sich 14 Tage in Quarantäne begeben. Ausgenommen sind Arbeitspendler, Geschäftsreisende und Studenten aus Polen sowie später dann auch Esten und Letten. Die drei Baltenstaa­ten öffnen zum 15. Mai ihre gemeinsamen Grenzen.

Slowenien: Hotels mit weniger als 30 Betten, Campingplätze, Gaststätten und Freizeit­parks dürfen wieder öffnen.

Kroatien: Gaststätten, die draußen bedienen, und Einkaufszentren dürfen wieder öffnen. Reisen im Inland werden erleichtert, bleiben aber eingeschränkt. Der öffentliche Fernver­kehr und Inlandsflüge werden wieder aufgenommen. Treffen bis zu zehn sind erlaubt, wenn Abstand gehalten wird. Kitas und Grundschulen öffnen wieder.

Serbien: In Belgrad öffnen Kindertagesstätten und Grundschulen für Kinder, deren Eltern arbeiten müssen.

Großbritannien: In England sollen die Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten könn­en, unter Beachtung der Abstandsregeln wieder zur Arbeit gehen. Das teilte der britische Premierminister Boris Johnson am Sonntag mit. Zudem seien ab Mittwoch wieder unein­geschränkt körperliche Betätigungen im Freien erlaubt − im Kreise des eigenen Haus­halts. Bislang durften die Briten nur einmal am Tag das Haus zum Sport oder Spazieren­gehen verlassen.

Reisen innerhalb Englands, etwa zu Nationalparks oder an die Küste, werden ebenfalls wieder zugelassen. Die Lockerungen gelten nicht für die britischen Landesteile Schott­land, Wales und Nordirland.

Keine größeren Veränderungen gibt es zum Wochenanfang unter anderem in Italien, Österreich, Polen, der Slowakei, Lettland und Ungarn. © dpa/aerzteblatt.de

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