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SARS-CoV-2: Hausbesuche eingestellt, Infektpraxen ausgesetzt

Montag, 11. Mai 2020

/picture alliance, Emilio Morenatti, AP

Mainz – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz hat ihren sogenannten Corona-Hausbesuchsdienst zunächst eingestellt. Die KV Hamburg legt ihre Infektpraxen auf Eis. Das haben die beiden KVen mitgeteilt.

Grund dafür sei, dass aufgrund der aktuell niedrigen Infektionszahlen derzeit kein Bedarf für den Dienst bestehe, hieß es aus Rheinland-Pfalz. Ärzte hätten immobile Patienten zu Hause besucht und sie auf COVID-19 getestet. „Wir müssen stets schauen, wie hoch das Patientenaufkommen ist und die Angebote entsprechend anpassen“, erklärte der Vorstand der KV.

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Der Hausbesuchsdienst war am 11. März gestartet, zunächst mit vier Dienstfahrzeugen der KV, danach mit bis zu zehn Wagen. Insgesamt beteiligten sich 95 Ärzte am Corona­hausbesuchsdienst. In den vergangenen rund acht Wochen haben sie etwa 4.400 Patien­ten besucht.

Aber auch ohne den speziellen Hausbesuchsdienst ist die Versorgung von immobilen Pa­tienten laut KV gesichert. „Zu den Öffnungszeiten der Praxen sind dafür die niederge­lassenen Hausärzte zuständig. Außerhalb der Sprechzeiten können Patienten über den Pa­tientenservice 116117 der KV bei entsprechender medizinischer Indikation den Haus­besuchsdienst des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Anspruch nehmen“, informiert die KV.

Sie kündigte an, das engmaschige Netz der Corona-Anlaufstellen in Rheinland-Pfalz zu­nächst aufrechtzuerhalten. Dieses hat die KV zusammen mit Vertragsärzten sowie mit Unterstützung der Kommunen aufgebaut. Derzeit gibt es in dem Bundesland rund 50 SARS-CoV-2-Ambulanzen. Zudem bieten fast 130 Praxen Coronasprechstunden und mehr als 80 Praxen spezielle Sprechstunden für die eigenen Patienten in ihren Räumen an.

Auch Fieberambulanzen und Abstrichzentren des Landes sollen zunächst weiterarbeiten. „Diese geschaffene Infrastruktur ist überaus wichtig. Denn sechs von sieben Coronapa­tienten werden ambulant durch die niedergelassenen Ärzte versorgt“, so der KV Vorstand. Er betonte, auch der Hausbesuchsdienst könne seine Arbeit wieder aufnehmen, wenn die Infektionszahlen wieder steigen sollten.

Die KV Hamburg (KVH) schließt die Infektpraxen am Freitag (15. Mai). „Die niedrige In­­an­spruchnahme rechtfertigt eine solch aufwendige Struktur nicht mehr“, erklärte der KVH-Vorsitzende Walter Plassmann. Man gehe „in eine Art ‚stand by‘“ und könne jederzeit die Struktur wieder hochfahren, wenn sich das Infektgeschehen erhöhen sollte. Die Betreu­ung der Patienten übernimmt der „Arztruf Hamburg“ (116117).

Die zehn Infektpraxen standen Patienten mit Atemwegsinfektionen zur Verfügung, die keinen Hausarzt haben oder deren Hausarzt aktuell keine infektiösen Patienten behan­delt.

Sie flankierten die „Lockerungsbeschlüsse“ des Hamburger Senates, weil es Befürch­tun­gen gab, die Maßnahmen würden zu einem höheren Infektgeschehen führen. Dies ist nicht eingetreten, die Patientenzahlen in den Infektpraxen und auch die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Patienten waren von Anfang an niedrig und sind weiter zurückgegangen.

„Mit rund 100 Patienten am Tag war die Kapazität nur zu rund einem Viertel ausgelastet“, erklärte Plassmann. „Wir kehren jetzt zum Hamburger Weg zurück und suchen den Patien­ten wieder in der Häuslichkeit auf.“ Der „Arztruf Hamburg“ (116117) habe ausreichende Kapazitäten. „Patienten mit Atemwegsbeschwerden, auch wenn diese mild sein sollten, können sich an den Arztruf wenden“, so Plassmann.

Sollte es erforderlich sein, könnte die Infektpraxisstruktur innerhalb weniger Tage wieder arbeiten und auch ausgebaut werden. „Wir haben zudem Behandlungscontainer vor den Notfallpraxen in Farmsen und Altona aufgestellt, die sofort einsatzbereit wären“, ergänzt Plassmann. © hil/aerzteblatt.de

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