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Politik

COVID-19-Hochrisiko­patienten regional unterschiedlich verteilt

Dienstag, 12. Mai 2020

/picture alliance, Torsten Silz

Berlin − Der Anteil an Menschen mit Vorerkrankungen und daraus resultierend einem hohen Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf variiert nicht nur mit dem Alter, son­dern auch zwischen den Bereichen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) stark. Das zeigt eine neue Versorgungs­atlasstudie des Zentralinstituts für die kassenärztlichen Ver­sorgung (Zi).

Während der Anteil der Menschen mit Vorerkrankungen demnach bei den 15- bis 34-Jäh­ri­gen im Bundesdurchschnitt bei 3,6 Prozent liegt, steigt er bei den 35- bis 59-Jährigen auf 25,7 Prozent, bei den 60- bis 79-Jährigen auf 65,4 Prozent und im Alter ab 80 Jahren auf 79,6 Prozent.

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Die regionalen Schwankungen sind dabei erheblich: Im jüngsten Alterssegment weisen zum Beispiel in Hamburg 2,6 Prozent mindestens eine Vorerkrankung auf, während es in Sachsen-Anhalt mit 6,4 Prozent mehr als doppelt so viele Menschen sind.

Bei den 35- bis 59-Jährigen schwankt der Anteil zwischen 20,1 Prozent und 37,7 Prozent und bei 60- bis 79-Jährigen zwischen 57,6 Prozent und 77,5 Prozent. Von den über 80-Jährigen weisen je nach KV-Bereich 69,7 bis 89,2 Prozent mindestens eine Vorerkrank­ung auf.

Die Anzahl der von der gesetzlich versicherten Population auf die Gesamtbevölkerung hochgerechneten Personen mit mindestens einer Erkrankung mit erhöhtem Risiko für schweren COVID-19-Verlauf und die entsprechenden Prävalenzwerte auf Kreisebene finden sich im interaktiven Teil des Versorgungsatlas.

Die Versorgungsatlasstudie wurde gestern in Berlin veröffentlicht, nachdem die KVen die Daten im Laufe der Pandemie bereits zu Zwecken der Versorgungsplanung genutzt hatten.

Neben der Hypertonie, Herzinsuffizienz, Diabetes mellitus (Typ 1 und 2) und der chro­nisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind angeborene und erworbene Erkran­kun­gen mit eingeschränkter Immunantwort als für das Risikoprofil von schweren COVID-19-Verläufen relevante Vorerkrankungen berücksichtigt worden.

Die Studie wurde auf Grundlage bundesweiter pseudonymisierter, krankenkassen­über­grei­fender vertragsärztlicher Abrechnungsdaten gemäß § 295 SGB V des Jahres 2018 er­arbeitet.

Neben soziodemografischen Merkmalen der Patienten wie Alter, Geschlecht und Wohnort beinhalten diese Daten unter anderem Angaben zu abgerech­neten ärztlichen Leistungen und Diagnosen als auch über arztbezogene Merkmale wie Fachgruppe und Praxisstand­ort. © nec/aerzteblatt.de

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