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Politik

Merkel bedankt sich bei Gesundheitsämtern

Dienstag, 12. Mai 2020

/picture alliance, Jesco Denzel, Bundespresseamt Pool

Berlin/Halberstadt − Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit dem Gesundheitsamt im Harz telefoniert, um den Beschäftigten für ihre Arbeit in der Coronakrise zu danken. Dabei sagte sie gestern auch personelle Unterstützung für die weitere Arbeit zu. Wo Ver­stärkung notwendig sei, würden Bund und Länder sie ermöglichen, sagte die CDU-Poli­tikerin nach der Telefonschalte in Berlin. Auch die Bundeswehr sei bereit zu helfen.

Merkel hatte stellvertretend mit der Harzer Behörde telefoniert, um sich bei allen Ge­sundheitsämtern in Deutschland für die geleistete Arbeit zu bedanken. Das Gespräch mit der Kanzlerin sei eine besondere Freude und sehr angenehm gewesen, fasste die Chefin des Harzer Gesundheitsamts, Heike Christiansen, zusammen.

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Im Anschluss an das Telefonat appellierte Merkel an alle, sich an die Schutzregeln zu hal­ten. Es werde in der aktuellen neuen Phase der Pandemie notwendig sein, „dass wir bei all den Lockerungen auch wirklich Sicherheit haben, dass die Menschen sich an die Grund­gebote halten: Also Abstand, Mundschutz tragen mit Nasenschutz. Aufeinander Rücksicht nehmen“, sagte Merkel. „Das ist ganz wichtig.“

Am Wochenende hatten in mehreren Städten zahlreiche Menschen ohne Abstand zu hal­ten und ohne Mund-Nasen-Schutz gegen die Beschränkungen in der Coronakrise protes­tiert. Bundesweit waren Mitte März starke Beschränkungen des öffentlichen Lebens ver­hängt worden, um die Übertragung des neuartigen Coronavirus per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch zu verlangsamen und einzudämmen.

Inzwischen werden die Maßnahmen gelockert. Für die Gesundheitsämter bleibt viel Ar­beit, denn sie müssen neue Infektionsfälle schnell aufspüren und verhindern, dass sich das Virus wieder sprunghaft verbreitet.

Die Vertreter des Gesundheitsamts Harz konnten bei der Videoschalte mit Merkel über ihre Erfahrungen berichten, wie Amtsleiterin Christiansen sagte. Die Kanzlerin habe viel Anteil genommen und gefragt, wo die Schwierigkeiten lägen. Ihre Behörde sei bisher von zahlreichen Beschäftigten aus anderen Abteilungen unterstützt worden.

Sowohl vom Medizinischen Dienst als auch aus anderen Bereichen der Kreisverwaltung sei Verstärkung gekommen. „Die mussten wir alle in kurzer Zeit anlernen, keiner hatte vorher was mit Infektionsschutz zu tun, musste dann aber auch Quarantäne anordnen und ähnliches“, sagte Christiansen.

Eigentlich hat ihr Gesundheitsamt 52 Beschäftigte, von denen klassischerweise nur zwei im Infektionsschutz arbeiten und zehn in der Hygieneabteilung, wo sie unter anderem re­gelmäßig öffentliche Einrichtungen kontrollieren. Andere Bereiche des Amts seien herun­tergefahren worden, um die Aufgaben in der Coronakrise bewältigen zu können.

„Doch die geliehenen Kollegen können wir nicht dauerhaft behalten“, sagte Christiansen. Es müsse darum gehen, eine Arbeitsbereitschaft einzurichten, um das Gesundheitsamt auch künftig bei der Eindämmung der Coronapandemie zu unterstützen. Seit neun Tagen seien zwar im Harz keine neuen Infektionsfälle gemeldet worden. „Aber das wird sicher nicht so bleiben und dann müssen wir vorbereitet sein.“

Das Amt habe die Kapazität, um auch die neue Strategie umzusetzen und mehr Menschen zu testen. Es komme jedoch auch darauf an, ob es genügend Laborkapazitäten gebe, um die Abstriche auszuwerten, sagte Christiansen. Sie plädierte dafür, regelmäßig mit reprä­sentativen Stichproben in der Bevölkerung die Tests auszuweiten. „Einmal alle zu testen hat aus meiner Sicht wenig Sinn.“

Die Wahl auf das Harzer Gesundheitsamt für den Dankesanruf der Kanzlerin fiel nicht zu­fällig. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hatte die Behörde vorgeschlagen, weil sie den Ausbruch von SARS-CoV-2 in der zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber managen musste. Mehr als 120 Menschen steckten sich an. Die Gemeinschaftsunterkunft stand bis Anfang Mai unter Quarantäne.

Der Ministerpräsident schaltete sich bei dem Gespräch mit Merkel ebenfalls zu und sprach seinerseits einen Dank für die Einsatzbereitschaft, das Verantwortungsgefühl und die Umsicht der Gesundheitsämter aus. Auch den Sachsen-Anhaltern dankte er. Die um­fangreiche Mitwirkung der Bevölkerung bei der Eindämmung habe die jetzigen Locke­run­gen erst möglich gemacht. Er bat jedoch auch um Geduld. „Denn besiegt ist das Virus noch nicht.“ © dpa/aerzteblatt.de

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