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Ausland

Spahn will finanzielle Anreize für Arzneimittel­produktion in Europa

Dienstag, 12. Mai 2020

/Markus Mainka, stock.adobe.com

Brüssel − Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn setzt auf finanzielle Anreize, um die Produktion wichtiger Arzneimittel zurück nach Europa zu holen. „Europa muss bei Arznei­mitteln wieder unabhängiger von Asien werden“, erklärte der CDU-Politiker heute nach einer Videokonferenz mit anderen EU-Staaten.

Thema waren Arzneimittelengpässe während der Coronapandemie. Apotheker klagen seit Jahren über Knappheit bestimmter Präparate. Während der Krankheitswelle hat sich die Lage verschärft. Die meisten wichtigen Wirkstoffe werden in Asien hergestellt. In der Kri­se wurden Produktion und Transport schwieriger.

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Spahn will das Thema zu einem Schwerpunkt der deutschen Ratspräsidentschaft im zwei­ten Halbjahr machen. „Wir wollen neue Lieferketten aufbauen, wir brauchen mehr Trans­parenz über Lieferengpässe und mehr Qualitätskontrollen“, erklärte er. „Und wir wollen finanzielle Anreize setzen, um die Produktion wichtiger Wirkstoffe wieder nach Europa zu verlagern.“

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides betonte ebenfalls, die Probleme müssten nun angegangen werden, um die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern oder Ländern zu verringern. Dazu kündigte sie eine Pharmaziestrategie an. Es werde um Verfüg­barkeit, Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit und die Sicherung des Nachschubs gehen.

„Patienten in der EU, vor allem jene auf der Intensivstation, müssen die Medizin be­komm­en, die sie brauchen, wenn sie sie brauchen“, erklärte Kyriakides. „Das kann eine Frage von Leben und Tod sein, von Schmerzen während der Behandlung oder der Chance, die nötigen Eingriffe physisch zu ertragen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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