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Politik

RKI: Reproduktionszahl wohl weiter um 1

Dienstag, 12. Mai 2020

/picture alliance, Geisler-Fotopress

Berlin − Die Reproduktionszahl R liegt seit einigen Tagen wieder leicht über 1. Gestern meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) einen R-Wert von 1,07 − und dies trotz abneh­men­der Fallzahlen. RKI-Vizepräsident Lars Schaade erklärte heute bei einer Pressekon­ferenz in Berlin, dass bei Schwankungen um den Wert 1 neben der Zahl an Neuinfektio­nen immer auch die Gesamtlage sowie der Meldeverzug zu berücksichtigen seien.

So bilde der R-Wert immer das Infektionsgeschehen von vor 1,5 Wochen ab, betonte er. Hinzu komme, dass bei kleineren Fallzahlen einzelne Ausbrüche wie unlängst in Schlacht­höfen stärkeren Einfluss auf den Wert hätten. Daher werde das RKI künftig einen sogenannten geglätteten R-Wert mitteilen, bei dem solche Schwankungen besser ausge­glichen würden.

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Nach Schätzungen des RKI könnte die Reproduktionszahl auch in den nächsten Tagen weiter bei etwa 1 liegen. Ursache ist, dass sich die Zahl täglicher Neuinfektionen kaum mehr verringert. „Wir nähern uns einem Plateau an“, sagte Schaade.

Insgesamt sind in Deutschland bis heute Vormittag mehr als 170.500 Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 registriert worden. Mindestens 7.533 Infizierte sind den Angaben des RKI zufolge bislang bundesweit gestorben.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 147.200 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 44.500 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2.182 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 35.300 Fällen und mindestens 1.456 Toten sowie Ba­den-Württemberg mit mehr als 33.300 bestätigten Fällen und mindestens 1.568 Toten.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 341 die meis­ten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 205. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch. © nec/dpa/aerzteblatt.de

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