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Ärzteschaft

Welche Lungenpatienten durch COVID-19 besonders gefährdet sind

Dienstag, 12. Mai 2020

/krishnacreations, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat eine Übersicht erstellt, welche Patienten mit chronischen Atemwegs- und Lungener­kran­kungen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 ha­ben. Hintergrund ist, dass viele Betroffene in der Coronapandemie beunruhigt sind und be­fürchten, stärker durch SARS-CoV-2 gefährdet zu sein als Gesunde.

Das Papier „Risikoabschätzung bei Patienten mit chronischen Atemwegs- und Lungen­er­krankungen im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie“ erläutert die Studienlage anhand von zehn exemplarischen Fällen. Danach haben beispielsweise gut therapierte Patienten mit Asthma kein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe.

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„Es gibt aktuell auch keinen Hinweis darauf, dass eine Therapie mit inhalativen Steroiden (ICS) bei Asthma das Risiko schwerer COVID-19-Verläufe steigert. Da ICS generell das Asthma-Exazerbations-Risiko senken, wird hier eher ein protektiver Effekt vermutet“, heißt es in dem Papier.

Das Unterbrechen der Asthmatherapie mit ICS könne zu einer schwerwiegenden Asthma-Verschlechterung und damit vermutlich zu schweren Verläufen im Falle einer COVID-19 Infektion beitragen. „Die inhalative Therapie, insbesondere auch die Therapie mit ICS, sollte daher bei gut eingestelltem Asthma während der SARS-CoV-2-Pandemie unver­än­dert und konsequent fortgeführt werden“, rät die Fachgesellschaft.

Bei Patienten mit COPD ist die Situation eine andere: „Aus den bislang vorliegenden Da­ten gibt es Hinweise darauf, dass Patienten mit COPD ein höheres Risiko für schwere CO­VID-19-Verläufe haben. Bei Vorliegen einer kardiovaskulären Komorbidität ist bei Patien­ten mit COPD von einem deutlich erhöhten Risiko auszugehen“, erklärte Marek Lommat­zsch, Oberarzt der Abteilung für Pneumologie der Universität Rostock und Sprecher des Deutschen Lungentages.

Die DGP betont, dass Patienten mit chronischen Atemwegs- und Lungenerkrankungen streng den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts folgen sollten, insbesondere den Abstandsgeboten, Hygieneregeln und Impf-Empfehlungen.

Sollten sie keine aktuellen Beschwerden haben, könnten sie auch Sport im Rahmen kleiner Lungensportgruppen treiben. Gruppenschulungen mit strukturierten Schulungs­programmen sollten in den Praxen aber derzeit nicht stattfinden.

„Die Praxisinhaber können jedoch eine Individualschulung (zumindest der Inhalations­technik) anbieten und auf spätere Schulungstermine verweisen“, so die Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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Sextus Empiricus
am Mittwoch, 13. Mai 2020, 18:47

Antikörper Tests

Der Nachweis von Immunglobulinen impliziert aktivierte T Zellen. Es wäre gut, wenn das wissenschaftliche Niveau der Artikel besser wäre.
LNS

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