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Wenig Infektionen beim Charité-Personal

Mittwoch, 13. Mai 2020

Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung der Charite, Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister, und Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charite (von links). /picture alliance, Wolfgang Kumm

Berlin – Die Ergebnisse eines freiwilligen Coronascreenings unter Angestellten der Berli­ner Charité sind in den allermeisten Fällen negativ ausgefallen. Unter symptomfreien Mit­arbeitern wurden weniger als 0,5 Prozent positiv auf SARS-COV-2 getestet. Das geht aus Zwischenergebnissen einer größeren Studie hervor, die heute vom Vorstands­vorsit­zenden der Universitätsklinik in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach führte die Charité vom 7. bis 21. April eine Prävalenzstudie an mehr als 7.500 ihrer Beschäftigten durch. Darunter war sowohl Personal, das täglichen Patientenkontakt hatte – wie Ärzte, Pflegekräfte und Reinigungspersonal – als auch Mitarbeiter patien­ten­ferner Bereiche, beispielsweise aus der Verwaltung. Auch der Vorstand habe sich testen lassen. 25 der Tests (0,33 Prozent) fielen positiv aus – alle bei Angestellten mit patien­ten­nahen Tätigkeiten. Das seien „außergewöhnlich wenige“, sagte der Vorstands­vorsitzen­de der Charité, Heyo K. Kroemer.

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Bereits vom 3. März bis zum 14. April hatte die Universitätsklinik rund 5.000 Beschäftigte mit der PCR-Methode auf das Virus getestet. Sie kamen aufgrund von Symptomen frei­willig zu den Teststellen, die an den drei Hauptcampi, Campus Charité Mitte (CCM), Campus Virchow Klinikum (CVK) und Campus Benjamin Franklin (CBF), für das Personal eingerichtet wurden. 115 dieser sogenannten anlassbezogenen Tests (2,3 Prozent) zeig­ten ein positives Testergebnis, so Frei.

„Unser langfristiges Ziel ist es, auch unbemerkte, symptomarme Infektionen in der Mitar­beiterschaft zu identifizieren sowie zusätzlich das Personal zu erkennen, das bereits Anti­körper gegen SARS-COV-2 aufgebaut hat“, sagte Kroemer.

Neben einem Nasen-Rachen-Abstrich konnten in der Prävalenzstudie im April auch frei­willige serologische Untersuchungen durchgeführt werden, um auf mögliche Antikörper gegen das Virus zu testen. In weniger als zwei Prozent der Proben wurden diese nachge­wiesen.

Ulrich Frei, der im Charité-Vorstand für die Krankenversorgung zuständig ist, schränkte die Aussagekraft der Antikörpertests grundsätzlich ein: Es sei bisher nicht klar, ob es sich überhaupt um Antikörper handele, die spezifisch für SARS-COV-2 sind und ob diese eine Immunität hervorrufen würden.

Mit dem freiwilligen Screening würde die Charité nun über rund 12.500 ihrer 19.000 Mit­arbeitenden Bescheid wissen, sagte Kroemer. Die Prävalenzuntersuchung solle im Juni und Juli wiederholt werden. Die Kosten einer solchen Testreihe beliefen sich, so der Vor­standsvorsitzende, auf rund 700.000 Euro. „Wir sind aber der Überzeugung, dass das sehr gut investiertes Geld ist“, betonte er.

Das Krankenhaus ist ein „sicherer Ort“

Zukünftig sollen alle Mitarbeiter auf COVID-19-Stationen und aus der Notaufnahme wöchentlich getestet werden. Beschäftigte, die Risikopatienten versorgen, beispielsweise in der Geriatrie oder auf Dialysestationen, sollen zweiwöchentlich Tests erhalten. Die kom­munalen Vivantes Kliniken würden ähnliche Mitarbeitertestungen durchführen, sagte Frei.

Seit Anfang Mai werden nun darüber hinaus auch alle stationär aufgenommenen Patien­ten auf das Virus getestet. Bis das Ergebnis vorliege, gelte eine Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Unter diesen Sicherheitsvorkehrungen sei die Klinik „nach menschlichem Ermess­en ein sicherer Ort“, bekräftigte Kroemer. Die wenigen positiven Testergebnisse würden zudem die konsequente Umsetzung der Schutzkonzepte und Hygienemaßnahmen zeigen.

Weil auch die Charité, wie viele Kliniken deutschlandweit, einen Rückgang an Herzin­farkt- und Schlaganfall-Patienten verzeichnen würde, sei dies besonders wichtig zu be­tonen: Die Angst vor einer Infektion während eines Klinikaufenthalts sei unbegründet, so Kroemer.

„Wir bereiten uns schrittweise darauf vor, wieder eine Regelversorgung für Patienten zu ermöglichen und verschobene Operationen durchzuführen. Dabei werden wir aber wei­ter­hin die Situation genau beobachten und bei Bedarf schnell nachsteuern“, sagte Vor­stand Frei. Die Lage bleibe jedoch angespannt. „Wir wissen sehr genau, dass diese Pan­demie möglicherweise noch die eine oder andere Überraschung für uns bereit hält“, meinte Kroemer.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte auf der gemeinsamen Pressekonferenz, er würde auf Grundlage der Daten der Charité und Vivantes „genau hingucken: Wie können wir jetzt unsere vorhandenen Kapazitäten gut und zielgerichtet einsetzen.“ Die Ergebnisse der Untersuchungen wolle er am kommenden Dienstag in den Senat einbringen und in kommende landespolitische Entscheidungen einbeziehen. © jff/aerzteblatt.de

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Sextus Empiricus
am Donnerstag, 14. Mai 2020, 17:52

Charite

Endlich mal Daten anstelle von Vermutungen
LNS

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