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Ausland

In China ist der Smog zurück

Mittwoch, 13. Mai 2020

/picture alliance, Jiang Aiping, HPIC

Peking – Kurze Zeit nach dem Wiederhochfahren der Wirtschaft in chinesischen Millio­nen­metropolen hat sich die Luftqualität offenbar wieder deutlich verschlechtert. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace lagen die Stickstoffdioxidwerte und die Konzentration von PM2,5-Feinstaubpartikeln der Luft im April sogar höher als im Vor­jahresmonat.

Es sei erstaunlich, wie schnell die Emissionen nach dem drastischen Fall in den ersten drei Monaten des Jahres wieder gestiegen seien, sagt Li Shuo, Klimaexperte der chinesi­schen Sektion von Greenpeace. „Das könnte ein frühes Anzeichen dafür sein, dass sich die positiven Trends während der Epidemie nun schnell umkehren könnten.“

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Nach Angaben des chinesischen Umweltministeriums fiel die Konzentration der als PM2,5 bekannten winzigen Partikel zwischen dem 20. Januar und dem 4. April aufgrund der Co­ro­nabeschränkungen um mehr als 18 Prozent.

Satellitenfotos der Raumfahrtbehörden der USA und Europas hatten gezeigt, dass die Emissionen von Stickstoffdioxid in großen Städten im Zentrum und Osten Chinas im Ja­nuar und Februar um 30 Prozent gefallen waren. Dort liegen die meisten Chemie-, Stahl- und Zementwerke des Landes, die mit ihrer energieintensiven Produktion für das Wirt­schaftswunder der Volksrepublik sorgten.

Im April lag die PM2,5-Konzentration pro Kubikmeter Luft nach Angaben von Greenpeace dann aber bei 33,93, was sogar einem leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat (33,2 Prozent) entspricht. Auch der Stickstoffdioxidgehalt pro Kubikmeter sei im April angestiegen – von 24,6 im Jahr 2019 auf 25,4 in diesem Jahr.

Beide Schadstoffe sind giftige Nebenprodukte des Verbrennens von Kohle, Öl und Gas und können Asthma und Herzkrankheiten auslösen. Zudem schwächen sie das Immunsys­tem des Menschen, der so anfälliger für andere Krankheiten wird. Die hohe Luftver­schmut­zung in China sorgt nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) dafür, dass die Bewohner im Durchschnitt eine mehr als vier Jahre geringere Lebenserwartung haben.

Für die Rückkehr des Smogs im April sind nach Angaben von Li neben einer erhöhten In­dustrieproduktion auch ungünstige Wetterbedingungen verantwortlich. Die Strompro­duk­tion stieg im April um 1,2 Prozent. China setzt bei der Energieerzeugung vor allem auf Kohle. Umweltschützer sind in Sorge, dass ein Unterstützungsprogramm für die vom Co­ronavirus gebeutelte Wirtschaft nun zusätzlich zu einem Anstieg der Emissionen führen könnte. Im ersten Quartal schrumpfte die chinesische Wirtschaft um 6,8 Prozent. © afp/aerzteblatt.de

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