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COVID-19: Fachgesellschaft betont Bedeutung der Thromboseprophylaxe

Donnerstag, 14. Mai 2020

/Anatomy Insider, stockadobecom

Berlin – Bei COVID-19-Patienten kann es zu einer Gerinnungsaktivierung und in der Fol­ge zu Beinvenenthrombosen und Lungenembolien kommen. Bei einigen Verstorbenen ist dies die Todesursache. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensiv­medizin und Notfallmedizin (DGIIN) auf der Basis einer neuen Studie hin. Diese ist in den Annals of Internal Medicine erschienen (DOI 10.7326/M20-2003).

„Wir haben in unserem klinischen Alltag bereits festgestellt, dass es bei vielen COVID-19-Erkrankten zu Thrombosen und Lungenembolien kommt. Die Ergebnisse der Obduktions­studie bestätigen nun diese Einschätzung und zeigen, dass die Therapie mit blutver­dün­nen­den Medikamenten bei Coronapatienten notwendig ist“, sagte Stefan Kluge, Vor­standsmitglied der DGIIN und Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitäts­kli­nikum Hamburg-Eppendorf.

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Die Autoren der Studie berichten in der Publikation von den Obduktionsergebnissen bei 150 an COVID-19 Verstorbenen. Zwölf Verstorbene im Alter zwischen 52 und 87 Jahren wurden näher untersucht. Mehr als die Hälfte dieser zwölf Patienten wiesen beidseitige Beinvenenthrombosen auf, bei rund einem Drittel kam es zu Lungenembolien, die schließ­lich zum Tod führten.

„Es gab bereits andere Studien, die Hinweise auf den Zusammenhang zwischen COVID-19 und einer Gerinnungsaktivierung liefern, allerdings ist dies eine der ersten größeren Ob­duktionsstudien dazu“, erläuterte Dominic Wichmann, Erstautor der Studie und Personal­ober­arzt an der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

„Es ist wichtig, dass wir die Ergebnisse der Studie in die medizinische Behandlung von COVID-19-Patienten mitaufnehmen“, betonte der Präsident der DGIIN, Stefan John, Leiter der Internistischen Intensivmedizin am Klinikum Nürnberg Süd.

Bei stationären Patienten, bei denen zusätzliche Risikofakten, beispielsweise ein Aufent­halt auf der Intensivstation, ein Body-Mass-Index (BMI) über 30kg/m² oder eine aktive Krebserkrankung, vorliegen und/oder bei denen ein Anstieg der D-Dimere nachgewiesen werde, sollte eine aktive gerinnungshemmende Therapie erwogen werden, hieß es aus der Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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