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Ärzteschaft

Coronapandemie verzögert Diagnose von Krebserkrankungen

Mittwoch, 13. Mai 2020

/RFBSIP, stock.adobe.com

Berlin – Auch Krebspatienten verschieben wegen der Coronapandemie einen Besuch beim Arzt. Erkrankungen werden daher erst später festgestellt. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO).

Zwar liegen laut der Fachgesellschaft noch keine vollständigen Auswertungen zur Anzahl von Krebspatienten in Kliniken und Praxen vor. Es sei aber eine Tendenz zu beobachten, dass die Zahl der in frühen Stadien diagnostizierten Tumore wie Darm- oder Brustkrebs zurückgehe. Bei diesen Krankheitsbildern wird die Erstdiagnose häufig im Rahmen der Früher­kennung gestellt.

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„Diese Screening-Untersuchungen haben nicht stattgefunden, entsprechend ist mit einer Welle von Neudiagnosen im Sommer und Herbst dieses Jahres zu rechnen. Auch die Zahl der in Tumorkonferenzen vorgestellten Patienten ist im April deutlich gesunken, in ein­zelnen Institutionen um 30 bis 50 Prozent“, berichtet die DGHO.

„Wir sehen Leukämie- oder Myelompatienten mit Komplikationen, die wir in den letzten Jahren eher nicht gesehen haben. Wir sehen auch Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren, die in den letzten beiden Monaten nicht zur Frühdiagnostik oder zu Verlaufs­kon­trollen vorstellig wurden“, sagte Hermann Einsele, Vorsitzender der DGHO und Direk­tor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg.

„Das liegt möglicherweise an der bereits vorhandenen Achtsamkeit dieser Patienten, die sie aber auch von Arztbesuchen abhält“, so der DGHO-Präsident. Er wies daraufhin, dass die bisher verfügbaren Daten bei onkologischen Patienten kein erhöhtes Ansteckungs­risiko für SARS-CoV-2 zeigten.

Lorenz Trümper, geschäftsführender Vorsitzender der DGHO und Direktor der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie der Universitätsmedizin Göttingen, betonte, dass Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen wahrnehmen sollten.

Die Kliniken und Instituts­ambulanzen hätten dazu alle notwendigen Vorsichts- und Schutzmaßnahmen gegen Infektionen mit SARS-CoV-2 getroffen. Gleiches gilt laut der DGHO für die ambulante Versorgung.

Daten aus Krebszentren in Großbritannien hatten kürzlich bereits unerwünschte Folgen der Pandemie für die Versorgung von Krebspatienten gezeigt: Demnach sank dort die Zahl der Dringlichkeitsüberweisungen mit Verdacht auf Krebs von Hausärzten um 76 Pro­zent. Die Zahl der Chemotherapie-Termine schrumpfte um 60 Prozent im Vergleich zu dem Niveau vor der Pandemie. © hil/aerzteblatt.de

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MITDENKER
am Montag, 25. Mai 2020, 17:27

Ein gutes Beispiel dafür...

...wie die Corona-Hysterie sich negativ auf das Gesundheitssystem auswirkt.
LNS

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