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Ausland

Russland stoppt nach Bränden Nutzung von Beatmungsmaschinen

Mittwoch, 13. Mai 2020

/picture alliance, AA

Moskau – Russland hat nach zwei Bränden in Coronakliniken und dem Tod von sechs Pa­tienten die Nutzung seiner Beatmungsmaschinen namens „Awenta-M“ gestoppt. Ab sofort sei die Nutzung der seit dem 1. April hergestellten Geräte für die künstliche Beatmung von Patienten untersagt, teilte die Gesundheitsschutzbehörde Rossdrawnadsor heute in Moskau mit.

Als Grund nannte die staatliche Überwachungsstelle für das Gesundheitswesen einen Brand in einer Moskauer Klinik am 9. Mai und in einer St. Petersburger Klinik am 12. Mai. Insgesamt starben bei den Unglücken sechs Menschen. Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass es einen Kurzschluss an den Maschinen gege­ben hat – mit den Bränden als Folge. Russland hatte Geräte dieses Typs auch an die USA als humanitäre Hilfe geliefert.

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Die dort für den Katastrophenschutz zuständige Behörde FEMA untersagte der russischen Staatsagentur Tass zufolge die Nutzung der „Awenta-M“-Apparate, bis die Brände in Russ­land aufgeklärt sind. Demnach waren die von Russland gelieferten 45 Maschinen nicht im Einsatz. Sie sollten in New York und New Jersey als Reserve dienen.

„Wir drücken den Angehörigen der Toten und Verletzten unser tiefstes Beileid aus“, teilte das russische Handelsministerium nach den Unglücken mit. Die Geräte stammten dem­nach aus einem Werk für Medizintechnik aus dem Gebiet Swerdlowsk am Ural.

Allein das betroffene Krankenhaus Heiliger Georg in St. Petersburg hatte nach eigenen Angaben im April 237 Awenta-Apparate gekauft, für 1,8 Millionen Rubel (rund 22.600 Euro) das Stück. Das russische Werk war zum alleinigen Lieferbetrieb bestimmt worden und sollte mehr als 5.700 Geräte vom Typ „Awenta-M“ verkaufen, wie die Agentur Interfax meldete.

Russland ist stark von der Coronapandemie betroffen. Die Zahl der offiziell erfassten In­fektionen stieg heute erneut um mehr als 10.000 auf 241.271. Die Zahl der Toten wurde mit 2.212, die der Genesenen mit 48.003 angegeben. Experten gehen wie auch in ande­ren Ländern von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus. © dpa/aerzteblatt.de

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