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Ausland

US-Studie: Bis zu 27 Millionen könnten Krankenversicherung verlieren

Donnerstag, 14. Mai 2020

/dpa

Washington – Wegen des enormen Anstiegs der Arbeitslosigkeit in den USA könnten ei­ner Untersuchung zufolge fast 27 Millionen Menschen mitten in der Coronapandemie ihre Krankenversicherung verlieren. Der Grund dafür ist, dass die meisten Menschen in den USA über den Arbeitgeber krankenversichert sind, wie eine Studie der Kaiser Family Foundation erklärt.

Nach dem Verlust eines Jobs in den USA endet das Versicherungsverhältnis daher oft sehr schnell – oder Arbeitnehmer können es sich schlicht nicht leisten, die Police für sich und mitversicherte Familienangehörige privat weiter zu bezahlen.

Die gestern veröffentlichte Studie geht davon aus, dass rund 21 Millionen Menschen nach dem Verlust der Versicherung des Arbeitgebers (ESI) auf staatliche Hilfe hoffen könn­en, darunter auch rund sechs Millionen mitversicherte Kinder. Doch wegen bürokra­tischer Hürden oder ungenügenden Subventionen dürften viele trotzdem mitten in der Coronapandemie ohne Versicherungsschutz bleiben, erklärte die Stiftung.

„Es ist unklar, ob Menschen, die ihre ESI verlieren und dadurch unversichert werden, eine neue Versicherung abschließen werden“, hieß es. Zudem gebe es rund sechs Millionen Menschen, die gar keinen Anspruch auf Hilfen hätten, um sich erneut zu versichern.

In den USA haben wegen der Coronakrise seit März mehr als 33 Millionen Menschen Ar­beitslosenhilfe beantragt. In den USA gibt es keine allgemeine staatliche Krankenversi­cherung. Unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama wurde die Krankenversiche­rung aber deutlich ausgeweitet.

Die Zahl der Menschen ohne jeglichen Versicherungsschutz fiel von rund 46 Millionen im Jahr 2010 auf rund 28 Millionen acht Jahre später. Der seit 2010 andauernde wirtschaftli­che Aufschwung in den USA kam wegen der Coronakrise aber zu einem abrupten Ende.

Dies werde ein Härtetest für das Obama-Versicherungssystem sein, erklärte die Stiftung. Präsident Donald Trump, der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt, will die sogenannte „Obamacare“ abschaffen. © dpa/aerzteblatt.de

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