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Ärzteschaft

Zwölf-Punkte-Katalog zum Umbau der Gesund­heitsversorgung

Donnerstag, 14. Mai 2020

/picture alliance, Kay Nietfeld

Münster – Der Vorstand der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) spricht sich in einem neuen Zwölf-Punkte-Katalog dafür aus, die Gesundheitsversorgung ambulant wie statio­när „infektionsfest“ umzubauen.

„Wir müssen die kommenden drei Monate dazu nutzen, unser Gesundheitswesen vor neu­en Infektionswellen im Herbst so aufzustellen, das die Behandlung aller Patienten mög­lich sein wird“, sagte ÄKWL-Präsident Hans-Albert Gehle.

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Patienten, die ihre akute Behandlung oder Versorgung chronischer Krankheiten in Zeiten der Coronakrise aufgeschoben hätten, sollten nicht noch einmal Diagnose und Therapie zurückstellen müssen, so das Votum des ÄKWL-Vorstandes.

In dem Zwölf-Punkte-Katalog fordert der Kammervorstand unter anderem eine weitest­gehende Rückkehr zur Normalität in der medizinischen Versorgung. Wichtig sei, in der Bevölkerung das Vertrauen herzustellen, wieder notwendige medizinische Untersu­chun­gen durchführen zu lassen.

Es brauche Koordinationsstrukturen, die ein schnelles, abgestimmtes Handeln zwi­schen allen Beteiligten am Infektionsschutz ermöglichten und eine dauer­hafte Neuausrichtung der Krankenhäuser mit der Einrichtung von Quarantäne- und Isolationsbereichen, heißt es weiterhin in dem Katalog.

Nötig sei außerdem eine dauerhafte Neuausrichtung in der ambulanten Behandlung, um dauerhaft genügend ambulante Abstrich- und Behandlungsmöglichkeiten für Infektions­patienten zu schaffen und eine ausreichende und sichere ambulante Testung und Be­hand­lung der Bevölkerung zu ermöglichen.

Außerdem brauche der Öffentliche Gesundheitsdienst ein langfristiges Förderprogramm. Nötig seien zudem verlässliche und langfristige ökonomische Schutzschirme für Kliniken und Praxen.

Weiterhin regt der Vorstand ein dauerhaftes Freiwilligenregister an, um kurzfristig Ärzte, Medizinstudierende sowie weitere Gesundheitsberufe für einen flexiblen Einsatz in der Gesundheitsversorgung zu gewinnen.

In der Bekämpfung des Coronavirus seien zudem Einigkeit und weitgehend einheitliche Vorgaben dringend notwendig. „Wir dürfen die einheitliche Gesamt-Linie nicht aufgeben“, sagte Gehle. „Zum Zurücklehnen ist es viel zu früh“, warnte er. © hil/aerzteblatt.de

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