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Quarantäneort: Studie soll Erkenntnisse über SARS-CoV-2 liefern

Donnerstag, 14. Mai 2020

Andrew Brookes - picture-alliance

Neustadt am Rennsteig – In einer neuen Studie wollen Wissenschaftler auch herausfin­den, ob sich unter den Bewohnern von Neustadt am Rennsteig eine Immunität gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgebildet hat.

„Von der Studie erwarten wir uns einen nachhaltigen Beitrag zur Forschungsdebatte über COVID-19“, sagte Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) heute laut Mitteilung. Neustadt am Rennsteig ist bislang die einzige Kommune in Thüringen, die aufgrund gehäufter Coronainfektionen für zwei Wochen komplett abgeriegelt worden war.

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Eine Besonderheit an der Studie sei, dass dafür Daten aus allen Altersgruppen, von Men­schen mit und ohne Vorerkrankungen und von Familien- und Singlehaushalten erhoben werden sollen, teilten das Klinikum und der für den Ort zuständige Ilm-Kreis mit.

Das Forscherteam unter Federführung des Universitätsklinikums Jena will nun etwa he­rausfinden, ob es neben den bekannten 49 Infektionen mit SARS-CoV-2 weitere Fälle gab, die nicht bemerkt wurden und gegebenenfalls asymptomatisch verliefen. „Eine einzig­ar­tige Situation wie in Neustadt kann hierbei so wertvolle Erkenntnisse liefern, dass wir diese Chance nicht ungenutzt lassen sollten“, sagte der Leiter des zehnköpfigen Wissen­schaftsteam Mathias Pletz.

Am 22. März war in Neustadt am Rennsteig die Quarantäne verhängt worden. Nur noch in Ausnahmefällen, konnte der Ort verlassen oder betreten werden. Auch die Polizei kon­trollierte. Die meisten der Einwohner waren im Zuge der Isolation auf das Virus getestet worden, zudem wurden Krankheitssymptome und Kontaktpersonen dokumentiert.

„Wir hatten in Neustadt Bedingungen wie in einem Labor“, sagte die Landrätin des Ilm-Kreis, Petra Enders (parteilos). Die Quarantäne sei eine schwierige Situation für alle ge­wesen. „Wir konnten aber Infektionsketten unterbrechen und die Ausbreitung des Coro­navirus eindämmen“, so Enders.

„Um die Coronakrise erfolgreich zu bewältigen, brauchen wir fundierte Erkenntnisse über die Ausbreitungswege des Virus, Krankheitsverläufe und mögliche Immunitäten nach überstandener Erkrankung“, ergänzte Tiefensee. Geplant sei, dass die Studie mit 500.000 Euro vom Land finanziert werde.

Dafür sollen Bewohner des Orts, in dem zwischen 900 und 1.000 Menschen leben, be­fragt werden. Zudem werden Abstriche und Blutproben genommen. Das Blut etwa werde auf Antikörpern und spezifische Abwehrzellen getestet. Bis zu einer Auswertung könne es mehrere Monate dauern, hieß es. Mit ersten Ergebnissen rechneten die Forscher aber noch in diesem Jahr. © dpa/aerzteblatt.de

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