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Ausland

Moskau plant Massentests auf Antikörper

Freitag, 15. Mai 2020

/picture alliance, Gavriil Grigorov, TASS

Moskau − Massentests in Moskau sollen Aufschluss geben über den tatsächlichen Verlauf der Coronapandemie in der russischen Hauptstadt. Künftig sollen alle drei Tage 70.000 Bürger eingeladen werden, um sich auf Anti­körper untersuchen zu lassen, teilte Bürger­meister Sergej Sobjanin gestern mit.

Moskau ist das Epizentrum der Coronakrise in Russland. Die Zahl der landesweiten Neu­in­fektionen fiel gestern erstmals seit Anfang Mai unter die Marke von 10.000.

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Die freiwilligen Tests sollen nach Angaben von Sobjanin das wahre Ausmaß der Corona­infektionen in Moskau zeigen. Viele Einwohner hätten sich womöglich angesteckt, ohne dies zu merken, sagte der Bürgermeister im Fernsehen. Die Ergebnisse der Tests seien ein wichtiger Indikator, um weitere Lockerungen der Coronabeschränkungen in Moskau ins Auge zu fassen.

Nach Einschätzung von Präsident Wladimir Putin könnte Russland einen Wendepunkt in der Coronakrise erreicht haben. Die Lage habe sich verbessert, sagte Putin bei einer im Fernsehen übertragenen Videokonferenz mit Wissenschaftlern und Regierungsvertretern.

„In den vergangenen Wochen waren alle unsere Anstrengungen in erster Linie darauf gerichtet, die Coronaepidemie zurückzudrängen“, sagte der Kreml-Chef. „Nun ändert sich die Lage und das gibt uns die Möglichkeit, uns wieder auf unsere langfristigen Ziele zu konzentrieren.“

Gestern fiel die Zahl der registrierten Coronaneuinfektionen in Russland erstmals seit Anfang Mai unter die Marke von 10.000. In den vergangenen 24 Stunden wurden nach Behördenangaben landesweit 9.974 neue Infektionsfälle gemeldet. In Russland wurden damit seit Beginn der Pandemie 252.245 Infektionsfälle verzeichnet.

Die Behörden erklären die stark steigenden Infektionszahlen mit einer Ausweitung der Tests. Das Land steht bei den Infektionen inzwischen an zweiter Stelle hinter den USA.

Die Zahl der Toten in Russland stieg nach offiziellen Angaben auf 2.305 Opfer. Dies ist im internationalen Vergleich sehr niedrig. Kritiker werfen den russischen Behörden aller­dings vor, Todesfälle durch das Virus zu verschleiern und andere Ursachen anzugeben.

Die russischen Behörden bestreiten die Vorwürfe. Sie weisen auf die vergleichsweise hohen Testzahlen und ihre im Vergleich zu anderen Ländern jüngere Bevölkerung hin. Zudem habe der relativ spät registrierte Ausbruch in Russland den Gesundheitsbehörden mehr Zeit zur Vorbereitung gegeben. © afp/aerzteblatt.de

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