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Mehr als 12.500 Heimbewohner in Großbritannien an COVID-19 gestorben

Freitag, 15. Mai 2020

/Halfpoint, stock.adobe.com

London – In Großbritannien sind binnen zwei Monaten tausende Bewohner von Pflege­heimen an den Folgen einer Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben. Insgesamt seien im März und April in den Regionen England und Wales 12.526 Heimbewohner an COVID-19 gestorben, teilte die nationale Statistikbehörde ONS heute in London mit.

Nach Angaben der Statistikbehörde starben zwei Drittel der Heimbewohner in ihrer Pfle­geeinrichtung, ein weiteres Drittel starb im Krankenhaus. Angesichts der Übersterblich­keit gehen die Statistiker jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Demnach starben in den ersten vier Monaten dieses Jahres mehr als 23.000 mehr Menschen in Pflegeheimen als im Vorjahreszeitraum.

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Premierminister Boris Johnson hatte diese Woche im Parlament eingeräumt, dass die Zahl der Todesopfer durch COVID-19 in Pflegeeinrichtungen „zu hoch“ sei. Vorwürfe, wonach seine Regierung Pflegeeinrichtungen zu spät mit wichtiger Schutzbekleidung ausge­statt­et habe, wies er zurück: Seine Regierung werde weitere 600 Millionen Pfund (680 Millio­nen Euro) zur Unterstützung der Pflegeeinrichtungen freigeben, kündigte Johnson an.

Johnsons Regierung war zuvor heftig kritisiert worden, weil sie in ihren Statistiken die Todesfallzahlen aus Pflegeheimen zunächst nicht berücksichtigt hatte. Pflegeeinrich­tun­gen monierten zudem, dass Krankenhäuser an COVID-19 erkrankte Pflegeheimbewohner vorzeitig entlassen hätten. Wie die Zeitung Daily Telegraph berichtete, geht die Gleich­stellungs- und Menschenrechtskommission der Regierung diesen Vorwürfen derzeit nach.

Gemessen an der Todesfallrate ist Großbritannien inzwischen weltweit das am zweit­stärksten von der Pandemie betroffene Land nach den USA. Nach ONS-Angaben starben bis zum 1. Mai mehr als 36.000 Menschen durch das neuartige Coronavirus, die meisten von ihnen in England und Wales. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium gibt die Zahl der Todes­fälle durch das Coronavirus mit 33.614 an.

Experten zufolge kann das tatsächliche Ausmaß der Pandemie wohl erst in einigen Mo­na­ten erfasst werden. Die Statistikbehörde verwies auch auf die landesweit hohe Über­sterblichkeit, die darauf hindeuten könnte, dass die tatsächliche Zahl der Coronatoten in Großbritannien bereits bei fast 50.000 liegen könnte. © afp/aerzteblatt.de

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