NewsPolitikDigitalisierungsgrad in kleinen Krankenhäusern zu gering
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Digitalisierungsgrad in kleinen Krankenhäusern zu gering

Dienstag, 19. Mai 2020

/peshkov, stock.adobe.com

Münster/Köln – Das Controlling weist in großen Krankenhäusern einen höheren Digita­li­sierungsstand auf als in mittleren und kleinen Häusern. So verfügen fast 70 Prozent der Krankenhäuser mit mehr als 600 Betten über ein systemübergreifendes Data Warehouse, also über eine zentrale Datenbank, die Daten aus verschiedenen Quellen zusammenfügt.

In Krankenhäusern mit weniger als 300 Betten verfügen hingegen nur 49 Prozent über ein Data Warehouse. 36 Prozent der kleineren Häuser haben die Anschaffung eines sol­chen Systems darüber hinaus derzeit auch nicht in Planung.

Anzeige

Das geht aus der aktuellen Studie „Controlling im deutschen Krankenhaussektor“ des Deutschen Vereins für Krankenhauscontrolling (DVKC), des Lehrstuhls für Controlling der Bergischen Universität Wuppertal sowie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesell­schaft Curacon hervor.

Gleichwohl sei festzustellen, dass in vielen Krankenhäusern auch mit Data Warehouse noch in erheblichem Umfang manuelle Aufbereitungen und Nacharbeiten notwendig sei­en, erklären die Studienautoren. Mehr als 50 Prozent der Krankenhäuser mit Data Ware­house haben demnach die Berichtsprozesse noch nicht durchgehend digitalisiert.

Obwohl die notwendige technische Basis vorhanden sei, bestehe bei deren effizienter Nut­zung und Umsetzung noch Luft nach oben. „Und dies ist gerade in Zeiten von CO­VID-19 relevant, in denen jederzeit aktuell aus dem System abrufbare Informationen kurzfristige Steuerungsentscheidungen erst ermöglichen“, heißt es. Dies könnten nur gut 50 Prozent der Data-Warehouse-Nutzer und damit nur circa ein Drittel aller befragten Krankenhäuser.

Vor dem Hintergrund der Ende 2018 eingeführten Pflegepersonaluntergrenzen in man­chen stationären Abteilungen haben die Krankenhäuser ihr Pflegecontrolling ausgeweitet und spezielle Berichtsformate und Steuerungsprozesse zur Steuerung der Personalres­sour­­cen in der Pflege eingerichtet.

Während in der Controlling-Studie 2014 erst 13 Prozent der befragten Häuser Instrumen­te zum Pflegecontrolling implementiert hätten, seien es 2018/2019 bereits 51 Prozent und 2019/2020 nunmehr 72 Prozent gewesen, erklären die Studienautoren. Gleichwohl steuere noch mehr als jedes vierte Haus den Personaleinsatz ohne entsprechende Instru­mente und Prozesse.

Beim Reporting aus dem Pflegecontrolling stehen der Studie zufolge zumeist die Ge­schäfts­führung und Pflegedirektion im Fokus. Auffallend sei, dass die operative Leitungs­ebene der Pflegebereichsleitungen und Stationsleitungen deutlich weniger ins Berichts­wesen eingebunden sei. So erhielten in den befragten Häusern weniger als die Hälfte der Bereichsleitungen und weniger als ein Drittel der Stationsleitungen die relevanten Be­richte und damit ein monatliches kennzahlenbasiertes Feedback. © fos/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juni 2020
Berlin – Die vier Justizminister der Grünen in den Bundesländern bestehen darauf, den Einsatz der geplanten Corona-Warn-App per Gesetz zu regeln. So müsse sichergestellt werden, dass die App lediglich
Grüne Justizminister beharren auf Gesetz für Corona-Warn-App
3. Juni 2020
Berlin – Der Versichertenstammdatendienst (VSDM) der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) ist weiterhin gestört. Die Gematik hat nun ein auf einer eigens eingerichteten Internetseite wichtige Informationen
Gematik richtet Informationsportal zur TI-Störung ein
3. Juni 2020
Osnabrück – Der Erfolg der Corona-Warn-App hängt in Deutschland entscheidend davon ab, dass sich viele Menschen testen lassen und die Ergebnisse schnellstmöglich in das Programm übertragen. Das hat
Corona-Warn-App: Erfolg hängt von Nutzern ab
2. Juni 2020
Berlin – Die Entwickler der Corona-Warn-App des Bundes haben den kompletten Programmcode der mit Spannung erwarteten Anwendung offengelegt. „Über Pfingsten haben wir alle restlichen, noch nicht
Kompletter Programmcode der Corona-Warn-App veröffentlicht
2. Juni 2020
Berlin – Die seit dem 27. Mai bestehende Störung des Ver­sicher­ten­stamm­daten­ab­gleichs in der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) muss von der Gematik zügig behoben werden. Das hat die Kassenärztliche
TI-Störung: Kassenärztliche Bundesvereinigung erwartet schnelle Problemlösung
2. Juni 2020
Rom – Italien startet mit seiner angekündigten Warn-App im Kampf gegen die Coronapandemie. Die Anwendung auf dem Smartphone soll Bürgern einen Hinweis senden, wenn sie sich in der Nähe eines
Coronakrise: Italien startet Warn-App
29. Mai 2020
Berlin – Der Onlineabgleich der Versichertenstammdaten ist in vielen medizinischen Einrichtungen derzeit weiterhin nicht möglich. Die Probleme bestehen seit dem 27. Mai, wie die Gematik jetzt
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER