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Vermischtes

130 Infizierte im Flüchtlingsheim in St. Augustin

Montag, 18. Mai 2020

Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Schutzanzügen verlassen die Flüchtlingsunterkunft in der Zentralen Unterbringungseinrichtung ZUE Sankt Augustin I. /picture alliance, Oliver Berg

St. Augustin – In einem Flüchtlingsheim in St. Augustin bei Bonn haben sich nach aktu­ellen Testergebnissen 130 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. Die restlichen rund 170 Bewohner hätten sich nicht angesteckt, wie Tests gezeigt hätten, sagte heute eine Spre­cherin der Bezirksregierung Köln.

„Es werden, wie in allen Landesunterkünften die höchsten Hygienevorschriften umge­setzt“, betonte sie. „Aber wenn Menschen auf engem Raum zusammenleben, ist die Ge­fahr, sich zu infizieren, immer höher.“ In der Einrichtung lebten viele junge Menschen und Familien.

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Alle Gemeinschaftsaktivitäten seien zwar schon lange gestrichen worden, und die Be­wohner seien angehalten, die Abstandsregeln einzuhalten. Einzelne Bewohner täten das aber nicht immer. „Das sind keine eingesperrten Menschen“, stellte die Sprecherin klar. Auch gebe es hin und wieder Verständigungsprobleme.

Die negativ und die positiv Getesteten würden jetzt getrennt voneinander untergebracht. Auch die Außenbereiche seien separat. Das Essen werde ausschließlich auf den Zimmern eingenommen. Um die Belegung zu reduzieren und mehr Platz zu schaffen, seien bereits 61 negativ getestete Bewohner in eine andere Unterkunft verlegt worden. Weitere würden möglicherweise bald in einer leerstehenden Jugendherberge unterge­bracht.

Kritik gab es von den Grünen. „Wir haben mehrfach die Forderung gestellt, diese Heime durchzutesten“, sagte der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Horst Becker dem Kölner Stadt-Anzeiger. Es zeige sich jetzt, dass das viel zu spät passiert sei.

Die schnelle Ausbreitung des Coronavirus SARS-Cov-2 ist in Flüchtlingsheimen keine Sel­tenheit. Allein in Nordrhein-Westfalen waren bereits zwei Einrichtungen stärker betroff­en. So wurden in Euskirchen mehr als 50 Personen positiv getestet, in Mettmann bei Düsseldorf kam es in einem Flüchtlingsheim zu mehr als 30 Positivfällen.

Die Länder haben in der Vergangenheit versucht, die Ausbreitung des Virus mit Tests, Quarantäne, verschärften Hygienemaßnahmen und der Schließung von Gruppenräumen einzudämmen. Kinder müssen in den Wohnheimen mitunter auf Unterricht und Gruppen­betreuung verzichten. Auch wurde versucht, die Bewohner von Unterkünften in verschie­denen Sprachen zu informieren. © dpa/aerzteblatt.de

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