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Pflegeexperten geben Tipps zur Sturzvorbeugung

Dienstag, 19. Mai 2020

/Alexander, stock.adobe.com

Berlin – Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat Empfehlungen vorgelegt, wie Angehörige dabei helfen können, das Sturzrisiko älterer pflegebedürftiger Menschen zu verringern.

„Statistisch gesehen stürzt jede zehnte durch ambulante Pflegedienste versorgte pflege­bedürftige Person einmal innerhalb von 14 Tagen“, erklärte die Pflegeexpertin des ZQP, Daniela Sulmann. Das Sturzrisiko könne aber oft verringert werden. Gerade gangunsiche­re Menschen sollten sich möglichst regelmäßig bewegen, um Kraft, Beweglichkeit, Koor­dination und Gleichgewicht zu trainieren.

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„Gangunsicherheit und Sturzerfahrungen können schnell zum Teufelskreis werden“, so Sulmann. Aus Angst zu stürzen, bewege man sich weniger und verzichte vielleicht auf Spaziergänge, Besorgungen oder soziale Aktivitäten. Neben anderen negativen Auswir­kun­gen könne das auch dazu führen, dass wichtige Fähigkeiten wie Muskelkraft und Gleichgewichtssinn schneller nachlassen und die Gefahr zu stürzen dadurch weiter steigt.

Als Risikofaktoren werden auf dem Portal www.pflege-praevention.de Faktoren wie Mus­kel-, Seh- oder Blasenschwäche sowie die Einnahme bestimmter Medikamente genannt. Das ZQP empfiehlt, Rat bei Experten zu suchen, etwa in der Physiotherapie. Ein gemein­sam mit den Fachleuten erstellter detaillierter Bewegungsplan könne nützlich sein.

Zudem könnten Bewegungsangebote wie Herz-Kreislauf-Training oder Sitzgymnastik der Krankenkasse oder der Gemeinde genutzt werden. Auch der gemeinsame Spaziergang fördere die Bewegung im Alltag. „Außerdem ist es wichtig, die pflegebedürftige Person dabei zu unterstützen, möglichst viel selbst zu tun, etwa beim Anziehen oder bei der Körperpflege“, hieß es. Dadurch könne nicht nur die Selbstständigkeit gefördert, sondern auch der Bewegungsradius im Alltag länger erhalten werden.

Sulmann betonte aber auch, dass Bewegung immer freiwillig stattfinden muss: Menschen mit Pflegebedarf zu motivieren, sei wichtig. Sie unter Druck zu setzen oder gar zu zwin­gen, dürfe dabei nicht sein.

Neben ausreichender Bewegung spielt auch die Gestaltung der eigenen vier Wände eine wichtige Rolle bei der Sturzprävention. „Stolperfallen wie Teppichkanten und Kabel soll­ten beseitigt werden. Haltegriffe oder Handläufe an den Wänden können zusätzliche Sicherheit geben“, so Sulmann. Wird ein Rollator oder Rollstuhl in der Wohnung genutzt, sollte dafür genügend Platz geschaffen werden. © kna/aerzteblatt.de

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