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Coronakrise ist große Herausforderung für Familien

Montag, 18. Mai 2020

/allessuper_1979, stock.adobe.com

München – Die Coronakrise ist eine beispiellose Herausforderung für Eltern und Kinder. Der Einbruch der gewohnten Betreuungs- und Kommunikationsstrukturen sei für Fami­li­en eine schwer zu meisternde Belastungsprobe, heißt es in der Befragung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) über die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Gut jede fünfte Familie berichtet demnach von mehr Streit, viele Eltern und Kinder bekla­gen abgebrochene Kontakte zu Lehrkräften. Für die Analyse hatte das Institut in den ver­gangenen Wochen mehr als 8.000 Eltern von Kindern zwischen 3 und 15 Jahren befragt.

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Im veränderten Alltag hätten viele Kinder die Herausforderungen scheinbar zwar eher gut oder sehr gut bewältigt, heißt es in der Analyse. Doch berichtet ein Drittel der be­frag­ten Eltern, dass ihr Kind Schwierigkeiten hat, mit der Situation zurechtzukommen.

Auffällig ist, dass Eltern, die sich ohnehin belastet fühlen, die Krise auch eher als Prob­lem für ihre Kinder wahrnehmen. „Familien mit einer angespannten finanziellen Situation schätzen die Belastung ihrer Kinder deutlich höher ein als diejenigen, die ihre finanzielle Lage positiver beurteilen“, so das DJI.

Streit bleibt in dem durch die Krise erzwungenen Rückzug nicht aus. In jeder fünften be­fragten Familie (22 Prozent) herrsche neuerdings häufig oder sehr häufig ein konflikthaf­tes Klima, heißt es. Gleichzeitig gelinge mehr als drei Viertel der Familien das ständige Zusammensein überwiegend gut.

Die Leiterin der Untersuchung, Andrea Langmeyer, gibt allerdings zu bedenken, dass sich an der Erhebung überdurchschnittlich viele Familien mit formal hohem Bildungsgrad und ohne finanzielle Sorgen beteiligt hätten. „Das lässt vermuten, wie schwierig die Situation für Familien in belasteten Lebenslagen ist.“

Die vielfältigen Kontaktbeschränkungen haben sich auch bei den Kindern auf die Psyche geschlagen. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) der befragten Eltern stimmte der Aussage eher oder ganz zu, dass sich ihr Kind zurzeit einsam fühle. Es fehlten die Freunde, der Sport oder das Schulumfeld.

Fachkräfte und Lehrkräfte aus Kitas und Schulen tragen der Befragung zufolge nur wenig zur Linderung dieser Einsamkeit bei. Die Antworten ergaben, dass der Kontakt zu den Kindern mit den Kita- und Schulschließungen in vielen Fällen komplett abbrach. Dies betreffe vor allem Kindergarten- und Grundschulkinder.

Mit zunehmendem Alter werde der Kontakt zu den Lehrkräften offenbar stärker über E-Mails, Video-Chats und Textnachrichten aufrechterhalten. Doch auch dieser Austausch bleibe in den meisten Fällen nur sporadisch.

Entgegen der Empfehlung von Virologen bezogen viele Familien die Großeltern weiter in die Betreuung der Kinder ein. So seien etwa 18 Prozent der Kitakinder, 13 Prozent der Grundschulkinder und sieben Prozent der Kinder der Sekundarstufe I von ihren Großel­tern betreut worden. © kna/aerzteblatt.de

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