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Industrie will Zugang zu Gesundheitsdaten für Forschungszwecke

Montag, 18. Mai 2020

/ picture alliance / Westend61

Berlin – Die Industrie sollte Zugang zu Gesundheitsdaten für private Forschungszwecke erhalten. Das befürworten acht eHealth-Verbände in einer Stellungnahme zum Entwurf des Patientendaten-Schutz-Gesetzes (PDSG).

Darin kritisieren sie, „dass die leistungs­fähigs­ten Akteure der forschenden Gesundheits­wirtschaft vom Antragsrecht zum ge­planten Forschungsdatenzentrum ausgeschlossen werden sollen“.

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„Digitale Technologien können die Lebensqualität steigern, die Versorgung effizienter ge­stalten und Leben retten“, heißt es in der Stellungnahme. Notwendige Grundlage für die Entwicklung und Anwendung entsprechender Lösungen seien Gesundheitsdaten. Diese seien hierzulande allerdings noch immer nur sehr begrenzt verfüg- und einsetzbar.

Die Verbände der eHealth-Allianz begrüßen daher in ihrem gemeinsamen Papier die im Gesetz geplante freiwillige Datenfreigabe für Forschungszwecke. Diese ist auch als „Da­tenspende“ bekannt. Sie kritisieren aber „die bisher noch sehr enge Einschränkung“ auf die öffentliche Forschung.

„Die forschende Industrie ist ein Wachstumstreiber in der Gesundheitswirtschaft am In­no­vationsstandort Deutschland. Circa 75 Prozent der Forschungsvorhaben werden entweder durch die Industrie getragen oder finanziert“, heißt es in dem Papier. Diese Innovations­fähigkeit sei gefährdet, wenn in Deutschland keine Entwicklung von digitalen Innovatio­nen auf Basis eigener Datenbestände möglich sei.

„Der Zugang zu validierten Daten ist für die Forschung und Entwicklung von innovativen Lösungen eine entscheidende Voraussetzung und ein eigenständiger Standortfaktor im internationalen Wettbewerb“, betonen die Verbände. Andere Länder hätten das erkannt. So würden Schweden, das Vereinigte Königreich oder Australien beim Datenzugang für private Forschung progressivere Wege gehen. Diese Länder seien für forschungs­orientier­te Unternehmen attraktiver.

Die Verbände fordern daher ein eigenständiges Antragsrechts der privaten Forschung beim künftigen Forschungsdatenzentrum. „Nicht zuletzt könnte die Politik auf diese Wei­se ein klares Signal senden, dass die Entwicklung von qualitativ hochwertigen und inno­vativen Gesundheitslösungen am Standort Deutschland gewünscht und unterstützt wird“, so die Verbände.

An dem Aufruf beteiligen sich der Bundesverband Gesundheits-IT, der Bundesverband Me­dizintechnologie, Spectaris, der Verband Forschender Arzneimittelhersteller und an­dere. © hil/aerzteblatt.de

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