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Schweden verzeichnet im April höchste Todesrate der vergangenen Jahre

Dienstag, 19. Mai 2020

/Lightboxx, stock.adobe.com

Stockholm − Das in der Coronapandemie einen Sonderweg gehende Schweden hat im April die seit Jahren höchste Sterberate verzeichnet. Wie die schwedische Statistik­behör­de gestern mitteilte, starben in Schweden, das 10,3 Millionen Einwohner hat, im vergan­ge­nen Monat 10.458 Menschen − mehr als in allen anderen Monaten der vergangenen Jahrzehnte.

„Wir müssen bis zum Dezember 1993 zurückgehen, um mehr Tote in nur einem Monat zu haben“, erklärte Tomas Johansson von der Statistikbehörde. Im gesamten Jahr 1993 ver­zeichnete Schweden mehr als 97.000 Todesfälle − die höchste Rate seit 1918, als auch in Schweden die Spanische Grippe grassierte.

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Eine offizielle Erklärung für die hohe Zahl der Todesfälle 1993 gibt es Johansson zufolge nicht. Allerdings wurde Schweden in jenem Jahr von einer Grippewelle heimgesucht. Schweden geht in der Pandemie einen Sonderweg ohne Ausgangsbeschränkungen.

Die Schulen für Kinder unter 16 Jahren blieben offen ebenso wie Cafés, Bars, Restaurants und Geschäfte. Die Menschen sind lediglich aufgefordert, in Eigenverantwortung die Ab­standsregelungen zu respektieren.

Der schwedische Sonderweg steht aber auch in der Kritik. Die Zahl der Coronatoten übersteigt die anderer skandinavischer Länder, die strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt hatten.

Bis gestern verzeichnete Schweden 3.698 Tote im Zusammenhang mit der durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19. Die Zahl der Infektionen wurde mit 30.377 angegeben. © afp/aerzteblatt.de

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