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Ausland

Brasilien heuert wieder kubanische Ärzte an

Dienstag, 19. Mai 2020

/FATIR29, stock.adobe.com

Brasília – Angesichts der sich zuspitzenden Coronakrise nimmt Brasilien 150 kubanische Mediziner auf. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium veröffentlichte gestern einen entsprech­enden Erlass für das Nachfolgeprogramm von „Mehr Ärzte“.

Kuba hatte das Programm zur medizinischen Zusammenarbeit mit Brasilien im November 2018 nach verbalen Angriffen des rechtspopulistischen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro beendet. Das ursprüngliche Programm war 2013 unter der Regierung der da­maligen Präsidentin Dilma Rousseff gestartet.

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Die Bolsonaro-Regierung rief später ein eigenes Programm ins Leben, mit dem die medi­zinische Versorgung auch in entlegenen Gebieten des Landes gewährleistet werden sollte, wo viele der kubanischen Ärzte im Einsatz gewesen waren.

Im März machte die Regierung eine Ausschreibung, um die brasilianischen Ärzte in der Pandemie zu unterstützen. Mehr als 7.000 Kandidaten haben sich laut einem Bericht der Agência Brasil darauf gemeldet. Weitere Aufrufe sollen folgen.

Brasilien hoch belastet

Brasilien ist mittlerweile zum Land mit der weltweit dritthöchsten Zahl von verzeichne­ten Coronainfektionen geworden. In dem südamerikanischen Land wurden bis gestern 254.220 Ansteckungsfälle gezählt, wie offizielle Statistiken zeigten.

Es löste damit Großbritannien, wo es knapp 250.000 registrierte Infektionen gab, auf dem dritten Rang der globalen Skala ab. Auf den ersten beiden Plätzen liegen die USA mit 1,5 Millionen Infektionsfällen und Russland mit rund 290.000 Fällen.

In Brasilien wurden innerhalb von 24 Stunden weitere 13.140 Ansteckungsfälle verzeich­net. Nach Schätzungen von Experten könnte die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Virus im bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land jedoch um das 15-fache hö­her sein. Es wird eine gewaltige Dunkelziffer vermutetet, da in dem Land nur in relativ geringem Umfang auf das Virus getestet wird.

In den vergangenen Tagen hatte Brasilien in der Zahl der verzeichneten Infektionsfälle bereits Frankreich, Italien und Spanien überholt. In der Zahl der registrierten Todesfälle der Pandemie rangierte Brasilien gestern weiter auf dem sechsten Platz. 16.792 an den Folgen der Infektion verstorbene Menschen wurden in dem Land gezählt.

Dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro wird vorgeworfen, die Coronakrise in sei­nem Land herunterzuspielen. Die von dem Virus ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19 bezeichnete der ultrarechte Staatschef in der Vergangenheit als „kleine Grippe“.

Die von den Bundesstaaten verhängten Coronarestriktionen kritisiert Bolsonaro immer wieder massiv wegen ihrer negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft. Wegen Meinungs­verschiedenheiten mit Bolsonaro über den Umgang mit der Pandemie schieden in den vergangenen Wochen bereits zwei Ge­sund­heits­mi­nis­ter aus dem Kabinett aus. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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