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Politik

Stichproben als neue Coronateststrategie in Berlin

Mittwoch, 20. Mai 2020

/picture alliance, TT NEWS AGENCY

Berlin − Der Berliner Senat hat gestern eine Ausweitung der Tests auf SARS-CoV-2 be­schlossen. Es sollen aber vor allem Stichproben erfolgen. Flächendeckende Tests werde es nicht geben, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Stichpro­ben solle es nach einem Konzept von Charité und Vivantes zum Beispiel in Schu­len, Kitas, Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie bei Polizei und Feuerwehr geben.

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Ar­beits­gruppen für die verschiedenen Lebensbereiche sollen dafür in den nächsten 14 Ta­gen konkret ausarbeiten, wie punktuell und zielgerichtet getestet werden soll, erläuterte Müller. Das Berliner Modell solle wissenschaftlich begleitet werden. Daran sei auch der Virologe Christian Drosten von der Charité beteiligt.

Pro Woche stehen für Berlin rund 58.200 Tests zur Verfügung. Im Moment werde nach den strengen medizinischen Vorgaben nur ein gutes Drittel genutzt, sagte Berlins Ge­sund­heits­senatorin Dilek Kalayci (SPD). Dabei waren 4,7 Prozent der Tests positiv.

„Die Strategie ist nun, dass wir mehr Menschen ohne Symptome testen“, sagte sie. Das sei freiwillig. Die Methode hänge auch von einer Rechtsverordnung ab, die der Bund vorbe­rei­te. Das gelte auch für die Frage der Finanzierung.

Reinickendorfs Amtsarzt Patrick Larscheid begrüßte in einer ersten Reaktion die Einbin­dung von Fachleuten in Berlins Teststrategie. Das Konzept der Charité, das er kenne, sei in der Kommunikation bisher allerdings stark eingedampft worden, sagte er.

Nicht mitgehen würde Larscheid als Amtsarzt zum Beispiel beim Testen nach reinem Zu­fallsprinzip. „Checks durch die Bank, bei denen ein Mensch nur einmal getestet wird, sind völlig sinnlos“, sagte er. Wissenschaftlich haltbare Ergebnisse bekomme man, wenn man eine feste Gruppe immer wieder teste − zum Beispiel Kitaerzieher, Lehrer und das Perso­nal in Pflegeeinrichtungen. © dpa/aerzteblatt.de

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