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Streit um Impfstoff: Sanofi-Manager bei Macron

Mittwoch, 20. Mai 2020

/picture alliance, abaca

Paris − Nach Irritationen über einen möglichen künftigen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 und eine mögliche Bevorzugung der USA hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zwei Spitzen­vertreter des Pharmakonzerns Sanofi empfangen.

Bei dem rund 45-minütigen Treffen waren Generaldirektor Paul Hudson, Präsident Serge Weinberg und auch Frankreich-Chef Olivier Bogillot dabei, wie Kreise des Élyséepalastes gestern in Paris bestätigten. In dem Gespräch sei es primär um den Entwicklungsstand eines Impfstoffes gegangen, hieß es.

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Die Sanofi-Chefs teilten demnach die Forderung Macrons, dass das Impfmittel ein globa­les öffentliches Gut sein müsse. Auch in der Ansicht, dass Europa eine stärkere Zusamm­en­arbeit im Gesundheitsbereich brauche, stimme man überein.

Macron hatte diese erst vorgestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundes­kanzlerin Angela Merkel (CDU) gefordert. Die Sanofi-Gruppe fühle sich ihrer Präsenz in Frankreich verpflichtet, erklärten die Élyséekreise.

Topmanager Hudson hatte in der vergangenen Woche in Frankreich eine Welle der Ent­rüs­tung ausgelöst. Anlass war ein Interview mit der US-Finanznachrichtenagentur Bloom­berg gewesen − dabei machte Hudson nach Agenturangaben deutlich, die USA hätten we­gen früher Unterstützung der Forschung bei dem Impfstoff Vorrang.

Später relativierte Hudson seine Äußerungen und teilte mit, ein künftiger Impfstoff ge­gen SARS-CoV-2 solle allen angeboten werden. Macron pocht darauf, dass der Impfstoff ein öffentliches Gut und der „Logik der Märkte“ entzogen werden müsse. Gemeinsam mit Merkel hatte er betont, dass Europa auch bei Impfstoffen mit einer Stimme sprechen und einen europäischen und globalen Zugang sicherstellen müsse.

In den USA ist der Impfstoff ein großes Thema: Nach Auffassung von Macrons US-Kolle­gen Donald Trump handelt es sich um die größte Anstrengung seit dem Zweiten Welt­krieg.

„Es hat in der Geschichte noch nie so ein Impfstoffprojekt gegeben wie dieses“, hatte er Ende vergangener Woche erklärt. „Seit dem Zweiten Weltkrieg hat niemand mehr so etwas gesehen, wie wir es jetzt in unserem Land tun. Unglaublich.“

Laut einer Mitteilung von Sanofi und GlaxoSmithKline vom April wollen die beiden Kon­zerne gemeinsam an einem Impfstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 arbeiten. Soll­ten Tests erfolgreich verlaufen, könnte ein Impfstoff in der zweiten Jahreshälfte 2021 verfügbar sein, hieß es. © dpa/aerzteblatt.de

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