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Diabetologen begrüßen Angebote zur Videoschulung

Mittwoch, 20. Mai 2020

/Radu Razvan, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND) und andere haben Ausnahmeregelungen in einigen Bundesländern begrüßt, die die Videoschulung von Diabetikern statt der üblichen Präsenzgruppen­schu­lung ermöglichen. Derartige Regelungen gelten laut den Verbänden in den Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und mit Einschränkungen in Rheinland-Pfalz.

„Die DDG begrüßt diese Initiativen im Sinne der Patienten und fordert die anderen KV-Bezirke auf, ebenfalls Übergangsregelungen für Diabetespatienten zu verabschieden. Denn wir dürfen Menschen mit Diabetes nicht mit ihren Fragen, Ängsten und Sorgen allein lassen“, sagte Monika Kellerer, Präsidentin der DDG.

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Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat mit Wirkung vom 8. April 2020 eine Aus­nahmeregelung für Schulungen und Dokumentationen im Rahmen von Disease-Mana­ge­ment-Programmen (DMP) beschlossen, um ein mögliches Ansteckungsrisiko mit dem Co­ronavirus zu minimieren und Arztpraxen zu entlasten.

Sie besagt, dass Schulungen, die in DMP eigentlich verpflichtend sind, für 2020 ausge­setzt werden können. Patienten, die erhöhte Glukosewerte aufweisen, benötigen aber laut den Verbänden Un­terstützung in Form von Diabetesschulungen.

„Die Diabetesschulung ist eine der zentra­len Säulen einer erfolgreichen Diabetestherapie, denn sie hilft den Betroffenen ihre The­rapie im Alltag eigenverantwortlich umzusetzen“, erklärte Nicola Haller, Vorsitzende des Verbandes der Diabetes Beratungs- und Schu­lungs­berufe in Deutschland (VDBD). Diabetes erfordere ein hohes Maß an Selbst­manage­ment- und Problemlösefertigkeiten und dabei benötigten Diabetespatienten professio­nelle Unterstützung durch eine strukturierte Schulung.

Diabetesschulungen per Video könnten eine Lösung während der COVID-19-Pandemie darstellen. Bei den im Rahmen der DMP-Diabetes anerkannten strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen handelt es sich allerdings um evaluierte Einheiten mit strukturierten Materialien. Inhalte auf dieser Basis können laut den Verbänden aber auch per Videoschulung gemeinsam mit den Patienten interaktiv erarbeitet werden, soweit es sich um reine Wissensvermittlung handelt.

„Die Diabetologie befindet sich in einem digitalen Transformationsprozess. Daher ist es sinnvoll, bereits erworbene digitale Strukturen während der jetzigen COVID-19-Pandemie zu nutzen und Videoschulungen auch zugunsten einer geringeren Ansteckungsgefahr für Patienten anzubieten“, betonte auch Dirk Müller-Wieland, Vorsitzender des Ausschusses „Schulung und Weiterbildung“ der DDG.

Laut Nicolaus Scheper, Vorsitzender des BVND, dürfen dabei aber nicht die hohen Stan­dards der Diabetesschulung aufgegeben werden. Zudem sei bei Einhaltung der allgemei­nen Hygieneregeln die Schulungen von Diabetespatienten auch weiterhin in den aner­kannten diabetologischen Einrichtungen möglich. © hil/aerzteblatt.de

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