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Bergmann-Klinik räumt Fehler nach Virusausbruch ein

Freitag, 22. Mai 2020

/picture alliance

Potsdam – Das Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann hat nach dem Ausbruch von SARS-CoV-2-Fällen Fehler eingeräumt. Die Infektionen von Patienten und Mitarbeitern hätten in ihrem möglichen Zusammenhang betrachtet werden müssen, teilte die Klinik vorgestern nach Vorlage eines Berichts zur internen Aufarbeitung mit.

„Um dies in Zukunft zu verbessern, wird die Zusammenarbeit der Krankenhaushygiene und des Betriebsarztes gestärkt und enger miteinander verzahnt“, erklärte Geschäfts­füh­rer Hans-Ulrich Schmidt. Außerdem seien Dokumentations- und Meldeprozesse offen­sicht­lich weniger zuverlässig gewesen, als es die hauseigenen Standards vorgesehen hätten. Die Klinik bedaure jeden Todesfall.

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Im größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2-bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. Bisher starben in dem Klinikum 45 COVID-19-Patienten. Die Klinik ist für die medizinische Versorgung von etwa einer halben Million Menschen zuständig. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hatte die bisherigen Geschäftsführer beurlaubt und neue eingesetzt.

Experten des Robert-Koch-Instituts kritisierten nach dem Ausbruch unter anderem, Um­züge ganzer Stationen könnten die Virusübertragung begünstigt haben. Die Klinik er­klärte nach der internen Aufarbeitung, es habe kein örtlicher Zusammenhang zwischen internen Stationsumzügen und dem Virusausbruch festgestellt werden können.

Die Reihentests auf das Virus hätten zur schnellen Erkennung beigetragen. Das Klinikum werde aber anders als in der ersten Phase des Ausbruchs künftig eine Quarantäneliste von Mitarbeitern zur Identifikation möglicher Zusammenhänge mit der Infektionshäufung von Patienten nutzen.

Seit Anfang April galt ein Aufnahmestopp für neue Patienten – außer für einzelne Not­fälle. Das Gesundheitsamt hob am vergangenen Montag sämtliche Anordnungen im Zu­sammenhang dem Ausbruch auf. Damit kann das Klinikum wieder in den regulären Be­trieb unter Pandemiebedingungen übergehen.

Die vollständige Notfallversorgung ist bis Ende Mai vorgesehen. Die komplette Öffnung des Klinikums ist für Ende Juni vorgesehen. Geplant ist ein Umbau in eine „COVID-Klinik“, eine „Nicht-COVID-Klinik“ und eine Klinik für Verdachtsfälle. Inzwischen werden Patien­ten und Mitarbeiter generell alle vier Tage auf das Coronavirus getestet.

Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte vorgesetrn im Gesundheits­aus­schuss den Umgang des Klinikums mit dem Ausbruch kritisiert. So etwas wie im EVB, dass man nicht merke, wie viele Infizierte man habe, „das wird nicht noch mal passieren“. © dpa/aerzteblatt.de

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