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COVID-19: Brasilien empfiehlt umstrittenes Hydroxychloroquin

Freitag, 22. Mai 2020

/David, stock.adobe.com

Brasília – Das brasilianische Ge­sund­heits­mi­nis­terium empfiehlt das umstrittene Malaria­medikament Hydroxychloroquin zur Behandlung von mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Patienten.

Das Mittel könnte auch Menschen mit nur leichten Symptomen verabreicht werden, hieß es in einem gestern veröffentlichten aktualisierten Leitfaden für Ärzte. Gegenüber einer früheren Version des Dokuments wurden der Titel geändert, eine Reihe von Quellennach­weisen gestrichen und die Verantwortlichen für den Text namentlich genannt.

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Zuletzt hatte Brasiliens Ge­sund­heits­mi­nis­ter Nelson Teich um seine Entlassung gebeten, nachdem er sich mit dem rechtsnationalen Präsidenten Jair Bolsonaro wegen des Einsat­zes des umstrittenen Medikaments überworfen hatte.

Hydroxychloroquin wird zur Behandlung von Malaria und bestimmten Autoimmunkrank­heiten eingesetzt. Ob sich das Medikament auch zur Behandlung der Lungenkrankheit COVID-19 eignet, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Nebenwirkungen des Präparats hingegen gelten als gut erforscht. Unter anderem kann die Einnahme zu einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen führen.

Trotzdem versprechen sich einige von dem Medikament eine wirksame Waffe gegen die grassierende Pandemie. US-Präsident Donald Trump preist Hydroxychloroquin als „Ge­schenk Gottes“ und nimmt es nach eigenen Angaben prophylaktisch, um sich gegen eine Ansteckung zu schützen.

Brasilien entwickelt sich immer mehr zum neuen Zentrum der Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 310.000 Menschen nachweislich mit SARS-CoV-2 angesteckt. Mindestens 20.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit COVID-19 gestorben, wie das brasilianische Ge­sund­heits­mi­nis­terium gestern mitteilte.

In den vergangenen elf Tagen hat sich die offizielle Zahl der Coronatoten in Brasilien bereits verdoppelt. Bolsonaro erneuerte dennoch gestern seinen Ruf nach Lockerungen der von den Bundesstaaten angeordneten Coronabeschränkungen, um die Wirtschaft des Landes wiederzubeleben. In der Vergangenheit hatte Bolsonaro COVID-19 als „kleine Grippe“ bezeichnet. © dpa/aerzteblatt.de

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