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Ausland

Millionenschwere Hilfen nach Zyklon in Indien und Bangladesch angekündigt

Freitag, 22. Mai 2020

Menschen drängen sich vor der Ankunft des Zyklons „Amphan“ in einem Schutzraum. /picture alliance, Abu Sufian Jewel, AP

Neu Delhi/Dhaka – Mehr als 90 Menschen sind bei dem Zyklon „Amphan“ in Indien und Bangladesch gestorben. Rund zehn Millionen Menschen sind nach Angaben der Vereinten Nationen von einem der stärksten Stürme der jüngeren Geschichte in der Region betroff­en. Indiens Premier Narendra Modi kündigte heute ein großes Hilfspaket an.

Modi flog heute mit einem Helikopter über die Region im Nordosten, um sich ein Bild von den Schäden zu machen. Anschließend kündigte er Hilfsgelder in Höhe von umgerechnet
120 Millionen Euro für den besonders betroffenen Bundesstaat Westbengalen mit Millio­nenmetropole Kolkata an. Dessen Regierungschefin hatte davor gesagt, dass die Natur­katastrophe ihre Region stärker treffe als Corona.

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Der Zyklon „Amphan“ wütete vorgestern und gestern und brachte viel Regen und Wind. Nach ersten Einschätzungen von Helfern – etwa der Hilfsorganisation Caritas – gab es massive Sachschäden, aber verhältnismäßig wenig Tote. In Indien und Bangladesch wur­den vor dem Eintreffen des Sturms mehr als drei Millionen Menschen in Notunterkünfte gebracht. Jetzt brauchen die vom Sturm betroffenen Menschen besonders Trinkwasser, Essen und Hygieneartikel und Schutz vor weiterem Regen, wie die Diakonie Katastro­phen­hilfe erklärte.

Die beiden Länder haben viel Erfahrung mit starken Wirbelstürmen, die im Golf von Ben­galen immer wieder vorkommen. Bei einem großen Zyklon im Jahr 1999 starben knapp 10.000 Menschen. Experten gehen davon aus, dass die Intensität der Stürme in den ver­gangenen Jahren unter anderem wegen des Klimawandels tendenziell zugenommen hat. Die Opferzahlen waren aber in den vergangenen Jahren generell kleiner, da die beiden Länder inzwischen Notunterkünfte gebaut und Evakuierungspläne entworfen haben.

Doch die Coronapandemie hatte die Evakuierungen behindert – und nun auch die Rä­umungsarbeiten. Einige Leute hätten nicht in die Notunterkünfte gewollt, weil sie Angst hatten, sich dort Corona einzufangen, hieß es von Behörden und Hilfsorganisationen. Andere wollten ihr Hab und Gut nicht zurücklassen.

Um für Abstand in den Notunterkünften zu sorgen, hatten Behörden beider Länder nach eigenen Angaben mehr Unterkünfte zur Verfügung gestellt als sonst. Es seien etwa leer­stehende Schulen genutzt worden. Dort seien teils Masken und Desinfektionsmittel ver­teilt worden. Aber Fernsehbilder zeigten, dass die Abstände nicht immer eingehalten wurden.

So könnte der Sturm dazu beigetragen haben, dass sich Corona noch schneller in zwei Länder verbreitet, die ohnehin mit deutlich steigenden Infiziertenzahlen kämpfen – trotz wochenlanger Ausgangssperre. Indien meldete kürzlich mehr als 100.000 bekannte In­fektionen und in den vergangenen Tagen gibt es immer wieder Tagesrekorde. Von gestern auf heute stieg die Zahl um mehr als 6.000. © dpa/aerzteblatt.de

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