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Medizin

SARS-CoV-2: Jeder 5. Stockholmer hat Antikörper

Freitag, 22. Mai 2020

/Ahmed, stock.adobe.com

Stockholm − Mehr als jeder 5. Bewohner der schwedischen Hauptstadt Stockholm hat Antikörper gegen das Coronavirus gebildet. Das ist das Zwischenergebnis einer noch laufenden Studie der staatlichen Gesundheitsbehörde, welche die Erkenntnisse vorgestern veröffentlichte.

Demnach zeigte sich in der am schlimmsten von der Pandemie betroffenen schwedischen Stadt, dass 7,3 % der Ende April mehr als 1.000 zufällig Getesteten über Antikörper verfügte. Bei der Hochrechnung des Bevölkerungsanteils mit Antikörpern wurde berücksichtigt, dass die Tests bereits einige Woche zurückliegen und dass es einige Wochen dauert, bis der Körper Antikörper gegen den Erreger entwickelt.

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Er gehe davon aus, dass „ein bisschen über 20 %“ der Bewohner Stockholms sich mit dem neuartigen Erreger infiziert hätten, sagte Chef-Virologe Anders Tegnell bei einer Pressekonferenz. Mehr als ein Drittel der in Schweden bestätigten Fällen betreffen die Hauptstadt.

In anderen Teilen des Landes lagen die Zahlen für die Antikörper-Träger niedriger. Im äußersten Süden waren es 4,2 %, in der Region um Göteborg nur 3,7 %. Am ehesten hatten Menschen zwischen 20 und 64 Jahren Antikörper gebildet (6,7 %), bei den über 65-Jährigen waren es 2,7 %. Das Ergebnis zeige, dass diese Bevölkerungsgrupppe gut darin sei, sich zu schützen, sagte Tegnell.

Bei den jungen Menschen zwischen null und 19 Jahren hatten 4,7 % Antikörper. Dies bestätigt laut Tegnell die Annahme der Wissenschaftler, dass es in dieser Altersgruppe keine große Verbreitung des Virus gibt, das die Lungenkrankheit COVID-19 auslösen kann.

Durch den Test auf Antikörper im Blut kann nachgewiesen werden, ob jemand mit dem Coronavirus infiziert war und möglicherweise immun ist. Letzteres ist jedoch im Fall des neuartigen Coronavirus umstritten.

Schweden geht in der Pandemie einen Sonderweg ohne Ausgangsbeschränkungen.
Die Schulen für Kinder unter 16 Jahren blieben offen ebenso wie Cafés, Bars, Restaurants und Geschäfte. Die Menschen sind lediglich aufgefordert, in Eigenverantwortung die Abstandsregelungen einzuhalten.

Der schwedische Sonderweg steht in der Kritik; die Zahl der Coronatoten übersteigt die anderer skandinavischer Länder, die strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt hatten. Bis vorgestern hatten sich in Schweden mindestens 31.523 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 3.831 Menschen starben. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #830063
Minotaurus007
am Sonntag, 24. Mai 2020, 12:05

4,7% = keine grosse Verbreitung, aber 6,4%?

4,7% bei den 0-19jährigen = keine grosse Verbreitung, aber da im Artikel ja die offenbar grosse Verbreitung suggeriert wird, muss es sich in der Altersgruppe 20-64 Jahre mit 6,7% ja um eine grosse Verbreitung handeln. Das geben die Zahlen in meinen Augen nicht annähernd her.
Dass man von der lockeren 'Hochrechnung' (20%! ) auch noch die Spezifität abziehen muss, gerade bei AK-Tests, wurde mehrfach bereits kritisch angemerkt.
Avatar #828607
Dr. Seltsam
am Samstag, 23. Mai 2020, 22:30

Politische Medizin

Von 7,3% auf 20% hochzurechnen, nur aufgrund der Tatsache, dass die Antikörper erst drei Wochen nach Krankheit messbar sind, würde bedeuten, die Gesamtzahl der Infizierten müsste sich in den letzten drei Wochen verdreifacht haben, was die Statistik nicht annähernd hergibt
Avatar #589166
Sextus Empiricus
am Samstag, 23. Mai 2020, 12:34

Antikörper Tests

Ich dachte immer Spekulation gehört in den Bereich der Philosophie, scheint neuerdings auch die Grundlage von Virologe und Epidemiologie geworden zu sein.
Avatar #562846
sgmeyer
am Freitag, 22. Mai 2020, 23:25

Spezifität?

Ohne Angabe der Sensitivität und v. a. der Spezifität der Tests sind die Zahlen und „Hochrechnungen“ völlig wertlos.
Avatar #666432
georgius
am Freitag, 22. Mai 2020, 22:24

Zahlen lügen nicht, oder doch?

Sorry, aber diese Zahlen passen absolut nicht zusammen: Schweden hat ca. 10,3 Mio Einwohner, 20% davon wären also 2,06 Mio mit Antikörpern laut "Hochrechnung", gleichzeitig werden für den 20.5.20 31523 nachgewiesene Infizierte bestätigt, also 1/65 zigstel.
Frage: Wer will hier wen für dumm verkaufen? und weshalb?
Avatar #92142
siggi.sauter
am Freitag, 22. Mai 2020, 20:17

Wieder so eine irreführende Überschrift

Und wieder mal wird in einer Schlagzeile eine Spekulation als Tatsache verkauft, Hauptsache die Botschaft hört sich interessant an. Tatsächlich nachgewiesen wurden 7,3% Antikörperträger in einer Stichprobe von 1000 Personen, alles andere ist "Hochrechnung". Mag ja am Ende stimmen, aber wissen tut es keiner, wie das mit so viele andere Zahlen auch ist, die irgendjemand "hochgerechnet" hat.
LNS

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