NewsPolitikApple und Google veröffentlichen Schnittstellen für Corona-Warn-Apps
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Apple und Google veröffentlichen Schnittstellen für Corona-Warn-Apps

Freitag, 22. Mai 2020

/picture alliance, ZUMA Press

Cupertino/Mountain View − Gesundheitsbehörden in 22 Ländern können ab sofort Coro­na-Warn-Apps veröffentlichen, die mit iPhones und Android-Telefonen zusammen­spielen. Google und Apple machten vorgestern Abend ihre Smartphone-Schnittstellen offiziell verfügbar.

Pro Land soll nur eine App darauf zugreifen können, um einen Flickenteppich aus ver­schiedenen Anwendungen zu verhindern. Bisher wurde der Zugang dazu 22 Ländern zu­gesagt. Weitere dürften in den kommenden Wochen hinzukommen.

Anzeige

Die Corona-Apps sollen helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Ausgeh­be­schrän­kungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahe­gekommen sind − und Nutzer warnen, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben infi­zier­ten Personen aufhielten.

Von Google und Apple kommen die beiden relevanten Smartphone-Systeme − Android und die iOS-Software für das iPhone. Sie sind damit als einzige in der Lage, die Basis für eine effiziente Einbindung der Corona-Warn-Apps in die Telefone zu schaffen. Die Unter­nehmen betonen zugleich, dass die Apps nur eine der Maßnahmen zur Eindämmung der Virusausbreitung und zur Nachverfolgung von Kontakten sein können.

In Deutschland wird die App, die auf die Schnittstellen zugreifen soll, von der Deutschen Telekom und dem Software-Konzern SAP entwickelt. Es dürften noch einige Wochen ver­gehen, bis sie einsatzbereit ist. Die Regierung hat mehrfach Mitte Juni als möglichen Ter­min genannt.

„Die Veröffentlichung der Schnittstellen kommt genau im geplanten Zeitraum für die Ent­wicklung der Corona-Warn-App“, betonten die Unternehmen gestern. „Nun arbei­ten wir sorgfältig mit der offiziellen Version weiter und können damit Google und Apple vor der Veröffentlichung unserer App auch noch Feedback für die weitere Entwicklung geben.“

Apple veröffentlicht die Schnittstellen mit der Version 13.5 des iPhone-Betriebssystems iOS und Google mit einem Update für Android über seine Download-Plattform Play Store.

Beim Konzept von Apple und Google soll die Entfernung zwischen Smartphones anhand der Bluetooth-Signalstärke gemessen werden. Die Smartphones sollen zugleich per Blue­tooth Krypto-Schlüssel austauschen, die sich alle 10 bis 20 Minuten ändern. Damit soll man Begegnungen nachvollziehen können, ohne dass ein Einzelner nachverfolgbar wäre.

Die Apps werden Apple und Google zufolge die Batterielaufzeiten nur geringfügig ver­kürzen. Die Warn-Apps dürfen nicht auf die GPS-Standortdaten zugreifen oder die Infor­mationen für andere Zwecke verwenden.

Wenn ein Nutzer seine bestätigte Infektion in der App meldet, werden Personen benach­richtigt, die in den vergangenen Tagen seinen Schlüssel empfangen haben. Dieser Ab­gleich findet ausschließlich auf einzelnen Smartphones und nicht zentral auf einem Ser­ver statt. Dafür werden alle Schlüssel von Infizierten aus der Region regel­mäßig auf die Telefone geladen.

Die Benachrichtigung über das Infektionsrisiko soll es dabei erst geben, wenn die Tele­fo­ne mehr als fünf Minuten auf kurzem Abstand verbrachten. Dadurch sollen Situationen herausgefiltert werden, in denen zum Beispiel jemand an einem Auto vorbeigeht, in dem eine infizierte Person sitzt. Die lokalen Gesundheitsbehörden entscheiden, ab welcher Nähe und Aufenthaltsdauer sie von einem Infektionsrisiko ausgehen.

Bei Apps, die nicht auf die Schnittstellen von Apple und Google zugreifen − wie sie etwa in Großbritannien und Frankreich geplant sind − könnte Bluetooth unzuverlässig laufen oder sie könnten schneller den Akku leersaugen. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Mai 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will bald die Grundlage für mehr Tests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 in Krankenhäusern und Pflegeheimen schaffen. „Mein Ziel ist es, noch im Mai
Spahn kündigt präventive Tests in Heimen und Kliniken an
22. Mai 2020
Berlin – Deutschland plant den „Aufbau einer dauerhaften nationalen Reserve an medizinischer Schutzausrüstung“. Das hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) bekannt gegeben. „Diese Reserve
Nationale Reserve an medizinischer Schutzausrüstung geplant
22. Mai 2020
Berlin − Die diesjährige Konferenz der Ge­sund­heits­mi­nis­ter der Länder (GMK) Mitte Juni fällt als persönliches Treffen der 16 Ressortchefs in Berlin aus. Die übliche GMK-Konferenz werde „nicht
Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz wird verschoben
22. Mai 2020
Karlsruhe – Die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln in der Coronakrise sind nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) in Karlsruhe auch psychisch kranken Menschen zuzumuten.
Coronakrise: Beschränkungen auch für psychisch Kranke zumutbar
22. Mai 2020
Berlin − Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert als Konsequenz aus der Coronakrise, dass Besuchsmöglichkeiten mit Infektionsschutz Standard in
Pflegebeauftragter will durch Scheiben getrennte Besuchsräume
22. Mai 2020
München − In Bayern sollen nach den Worten von Ministerpräsident Markus Söder künftig deutlich mehr Menschen auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 getestet werden. „Wir werden
SARS-CoV-2: Bayern will mehr Menschen testen lassen
22. Mai 2020
Berlin – Kitas und Schulen sollten zeitnah wieder geöffnet werden. Der Schutz von Lehrern, Erziehern und Eltern stehe dem nicht entgegen. Das schreiben die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER