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Ausland

Johnson will „weltweit führendes“ System zur Infektions­rückverfolgung

Freitag, 22. Mai 2020

Boris Johnson /picture alliance, Jonathan Brady, PA Wire

London – Der britische Premierminister Boris Johnson hat die Bereitstellung eines Sys­tems zur effektiven Rückverfolgung von Infektionen mit SARS-CoV-2 ab Anfang Juni in Aussicht gestellt. Bislang seien 24.000 Arbeitskräfte für diese Aufgabe rekrutiert worden, bis zum 1. Juni solle die Zahl auf bis zu 25.000 Menschen steigen, sagte Johnson.

Die Mitarbeiter sollen dann demnach in der Lage sein, pro Tag die Kontaktpersonen von 10.000 Infizierten zu überprüfen. „Wir sind voller Zuversicht, dass wir eine Test-, Tracking- und Rückverfolgungsstrategie haben werden, die weltweit führend sein wird“, sagte John­son im Parlament.

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Mithilfe dieser Strategie will die Regierung weitere Lockerungen der in Großbritannien geltenden Eindämmungsmaßnahmen ermöglichen. In England wurden die Maßnahmen bereits teilweise gelockert, in Schottland, Wales und Nordirland jedoch beibehalten.

Oppositionsführer Keir Starmer von der Labour-Partei kritisierte, Großbritannien befinde sich seit fast zehn Wochen in einer „kritischen Phase“ und es gebe keine „effektive Rück­verfolgung“. Das Krisenmanagement des Premierministers, der selbst an COVID-19 er­krankt war, war in den vergangenen Wochen bereits heftig kritisiert worden, unter ande­rem weil er Mitte März eine Test- und Rückverfolgungsstrategie zunächst aufgegeben hatte.

Zur Strategie der britischen Regierung gehört neben dem Einsatz von Mitarbeitern zur Rückverfolgung von Kontaktpersonen infizierter Menschen der Einsatz einer Smart­phone­-App, die von der britischen Gesundheitsbehörde NHS entwickelt wurde und ebenfalls eine Rückverfolgung ermöglichen soll.

Sie wurde bereits für eine breite Anwendung getestet, bislang steht jedoch noch kein fester Termin für ihre Einführung fest. Zudem sollen auf lokaler Ebene in Zukunft mehr Menschen auf das Coronavirus getestet werden.

Großbritannien ist nach den USA das Land mit der weltweit zweithöchsten Zahl an Coro­natodesfällen. Bislang starben dort nach Angaben des nationalen Statistikamts mindes­tens 41.000 Menschen an COVID-19. Die offizielle Regierungszahl belief sich auf 35.341 Tote. © afp/aerzteblatt.de

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