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COVID-19: 1,5 Millionen für digitale Hilfsprojekte

Freitag, 22. Mai 2020

/BillionPhotos.com, stock.adobe.com

Berlin – Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt einen Teil der Projekte, die aus dem „WirVsVirus“-Hackathon im März hervorgegangen sind. Mit rund 1,5 Millionen Euro sollen sie nun bei der konkreten Umsetzung gefördert werden. Das geht aus Mitteilungen des Ministeriums und der Initiatoren des Hackathons hervor.

Aus den anfangs 1.500 digitalen Lösungsansätzen, die im Hackathon mit rund 28.000 Menschen erarbeitet wurden, sind mittlerweile 130 unterschiedlichste Prototypen ent­stan­­den. Dort sind weiterhin mehr als 1.300 Personen aktiv an der Weiterentwicklung beteiligt.

„Der Hackathon ,WirVsVirus' ist ein beeindruckendes Beispiel für den Ideenreichtum des Innovationslands Deutschland", sagte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Die viel­ver­sprechenden Ideen würden ganz unterschiedliche Folgen der Pandemie angehen, so die Ministerin.

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Hackathon ist ein Kunstwort aus „Hacking“ und „Marathon“. Dabei arbeiten Menschen verschiedenster Fachrichtungen meist für ein bis zwei Tage in Teams an konkreten Aufgabenstellungen und programmieren Lösungen oder bauen Hardwareprototypen.

34 „besonders überzeugende“ Projekte wurden nun vom BMBF für eine finanzielle Förde­rung ausgewählt. Die einzelnen Gruppen sollen, den Hackathoninitiatoren zufolge, bis zu 47.500 Euro über drei Monate erhalten können. Die Hälfte der Entwicklerteams hätte be­reits mit der Arbeit begonnen, die Übrigen würden im Juni „in die heiße Phase“ starten, sagte Karliczek.

„Vielversprechende Ideen“

Knapp die Hälfte der 34 Projektideen beschäftigt sich dabei mit medizinischen Themen. Neben Ideen zur Entlastung der Gesundheitsämter und digitalen Wartezimmern befindet sich auch beispielsweise das „DunkelzifferRadar“ in der Entwicklung. Zudem gibt es meh­re­re Ansätze zur Bekämpfung von Falschinformationen, wie „FactsforFriends“ oder „CoVerified“.

Auch die Netzwerk-Plattform „Match4health“ wird vom BMBF gefördert. Dort werden Stu­dierende und Auszubildende der Gesundheitsberufe mit Einrichtungen zusammenge­bracht, die personelle Unterstützung benötigen. So sollen die verfügbaren Hilfskräfte deutschlandweit vermittelt und Insellösungen vermieden werden.

Ähnlich ist das Konzept von „LabHive“, das die Vernetzung von Diagnostikzentren und Forschungslaboren mit qualifizierten Freiwilligen anstrebt. Der Austausch und die Verteilung von Technischen Assistenten und Labormitarbeitern sowie von Geräten oder Reagenzien soll so möglichst effektiv werden.

Mithilfe der Suchmaschine „Collabovid“ sollen sich die vielen wissenschaftlichen Vorver­öffentlichungen einfacher durchsuchen und schneller einordnen lassen. Einen ähnlichen Ansatz will ein Team namens „OpenResearch“ verfolgen, jedoch gestützt von künstlicher Intelligenz. Diese Kombination soll die Analyse einer Großzahl der stetig neuen Publika­tio­nen ermöglichen. Unter der Leitung von Leonardo de Araújo aus Bremen wird an der Umsetzung dieses Vorhabens gearbeitet.

Die Macher von „Print4Life“ wiederum wollen weniger auf herkömmliche Lieferwege an­gewiesen sein. Sie planen Ersatzteile und Hilfsmittel dezentral mithilfe von privaten 3D-Druckern herstellen zu lassen. Um die Kapazitäten der sogenannten Maker-Community für gemeinnützige Zwecke nutzbar zu machen, entwickeln sie eine Online-Plattform, auf der Fertigungsaufträge transparent dargestellt werden.

Auf der Webseite von „Corona4Kids“ hingegen wird versucht, Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren die aktuelle Situation begreifbarer zu machen. Anschaulich und in einfacher Sprache werden in Erklärvideos Fakten und Präventionsmöglichkeiten nähergebracht.

Ein „Lichtblick“ für das Kanzleramt

Das große Engagement der Organisatoren und Helfenden sei „ein Lichtblick“, sagte Kanz­leramtschef und Schirmherr des Hackathons, Helge Braun (CDU). Die Sorge im Land lasse langsam nach, „aber das Virus ist noch da“, betonte der frühere Arzt.

„Wir werden noch eine ganze Weile in dieser Pandemie leben“, meinte er. Doch viele der Projektideen seien dazu geeignet, den Alltag „so normal wie möglich“ zu gestalten. Von anderen Ideen „hoffen wir, dass wir sie nicht brauchen“, so Braun weiter.

Über die Förderung des BMBF hinaus wird das Umsetzungsprogramm des „WirVsVirus“-­Ha­cka­thons von einigen Unternehmen und vermögenden Einzelpersonen mit rund 800.000 Euro finanziert. Darunter finden sich unter anderem Google Deutschland und die BMW Foundation sowie BMW-Milliardärin Susanne Klatten und die Unternehmerfamilie Otto.

Mit einem Teil des Budgets wird zum einen ein Stipendium finanziert, mit dem ausge­wählte Projektleiter je 2000 Euro monatlich erhalten, um sich in Vollzeit um die Weite­rentwicklung kümmern zu können. Zum anderen wollen die Organisatoren die Ressour­cen nutzen, um auch die 130 Prototypen über die kommenden sechs Monaten zur Umset­zung ihrer Ideen zu befähigen.

Über eine zusätzliche Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext soll nun die Zivilgesellschaft entscheiden, welche weiteren Projekte ebenfalls eine Umsetzung verdient haben.

Initiiert wurde der „WirVsVirus“-Hackathon und das Umsetzungsprogramm von Impact Hub Berlin, ProjectTogether, Tech4Germany, Code for Germany, SEND, Initiative D21 und dem Prototype Fund des BMBF. Das Umsetzungsprogramm unterstützen zudem Urban Impact, die gemeinnützige Hertie Stiftung und das Crowdfundingportal Startnext. © jff/aerzteblatt.de

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