NewsPolitikGrößere Überlebens­chancen in Kliniken mit vielen Nierentrans­plantationen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Größere Überlebens­chancen in Kliniken mit vielen Nierentrans­plantationen

Montag, 25. Mai 2020

/dpa

Köln – In Zentren mit vielen Nierentransplantationen sind die Überlebenschancen der Patienten im ersten Jahr nach dem Eingriff höher als in Kliniken mit geringeren Fallzah­len. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Ge­sund­heitswesen (IQWiG) in einem neuen Rapid Report, den der Gemeinsame Bundesaus­schuss (G-BA) in Auftrag gegeben hat. Einen Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und der Zielgröße „Transplantat­versagen“ fanden die IQWiG-Wissenschaftler aber nicht.

Die Nierentransplantation ist in Deutschland mit 1.671 Nieren nach postmortaler Organ­spende und 638 Nieren nach Lebendspende die häufigste Organtransplantation (2018). In Europa funktionieren fünf Jahre nach der Transplantation im neuen Körper noch 78 Pro­zent der postmortal gespendeten Nieren und 87 Prozent der lebend gespendeten Nieren.

Anzeige

Derzeit gilt in Deutschland für Nierentransplantationen eine Mindestmenge von 25 er­brach­ten Behandlungen je Krankenhausstandort und Jahr. Für die Gesamtmortalität bis zu zwölf Monate nach der Transplantation zeigten die vom IQWiG ausgewerteten Studien eine niedrigere Sterbewahrscheinlichkeit bei höherer Leistungsmenge. Für die mittel­fris­tige Gesamtmortalität nach 36 Monaten können die Wissenschaftler des Instituts einen solchen Zusammenhang nicht ableiten.

Auch für die Zielgröße „Transplantatversagen“ sieht das Institut nach Auswertung der Da­ten aus zwei relevanten Studien insgesamt keinen Zusammenhang zwischen der Leis­tungs­menge und der Behandlungsqualität.

Für die Zielgrößen „unerwünschte Wirkungen der Therapie“, „gesundheitsbezogene Le­bens­qualität“ und „Krankenhausaufenthaltsdauer“ lagen laut dem IQWiG keine verwert­ba­ren Daten vor, sodass hierzu keine Aussagen möglich waren.

„Da keine der eingeschlossenen Studien die individuellen Leistungsmengen der Opera­teu­re einbezogen hatte, kann ebenfalls nicht bewertet werden, ob mehr Routine bei Nie­rentransplantationen zu besseren Behandlungsergebnissen führt“, berichten die IQWiG-Wissenschaftler zudem.

2018 warteten in Deutschland mehr als 7.500 Patienten auf eine Spenderniere. Die durch­­schnittliche Zeit bis zur Transplantation lag bei über acht Jahren. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER