NewsÄrzteschaftDrängen auf bessere Rahmenbedingungen in der Intensivpflege
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Drängen auf bessere Rahmenbedingungen in der Intensivpflege

Dienstag, 26. Mai 2020

/Vadim, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) hat die Arbeitsbedingungen in der Intensivpflege kritisiert. „Die Situation ist teils grenzwertig und wir brauchen langfristige Verbesserungen der Rahmenbedingungen“, sag­te Carsten Hermes, Sprecher der Sektion Pflege der DGIIN.

Diese nennt in einer aktuellen Stellungnahme als zentrale Herausforderungen die man­geln­de Schutzausrüstung, den Einsatz von Personal in fremden Arbeitsbereichen ohne ausreichende Einarbeitungszeit und die unzureichende personelle Ausstattung an Klini­ken.

Anzeige

„Diese Problematiken bestehen auch nach zwei Monaten der Krise weiterhin. Das ist nicht akzeptabel“, sagte Hermes, der selbst Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensiv­pfle­ge sowie Betriebswirt im Sozial- und Gesundheitswesen ist.

„Wir begrüßen die Idee der Vorhaltung von Intensivbetten. Allerdings müssen Pflegefach­personen und notwendiges Aushilfspersonal ebenfalls in Bereitschaft vorhanden sein, denn nur so ist eine adäquate und qualitativ hochwertige Versorgung der Betroffenen im Ernstfall gewährleistet“, so der Sektionssprecher weiter.

Wichtig sei, für die nächste Krise vorzusorgen und Pflegepersonal, das nicht speziell für die Intensivpflege ausgebildet sei, für Szenarien wie Pandemien zu schulen, so Hermes.

Dafür seien praktische Workshops, Praxis- oder Gruppenanleitungen sowie Einarbei­tun­gen auf Station im Normalbetrieb außerhalb von Krisenzeiten notwendig. So könne die­ses Personal im Normalbetrieb jeweils ihren definierten Tätigkeiten nachgehen und den­noch bei Notfällen ad hoc rekrutiert werden.

Die Sektion fordert zudem, dass Kliniken Strategien entwickeln, den Patienten in künfti­gen Pandemien einen besseren Kontakt zu den Angehörigen zu gewähren. „Es sollte drin­gend flächendeckend Technik für kostenlose Videotelefonie und dazugehö­rende WLAN-Kapazitäten verfügbar sein“, so die Expertengruppe der Sektion.

Angehörigen-Hotlines könnten ebenfalls einen positiven Beitrag leisten. Die seelsorgeri­sche Betreuung der Patienten sowie der Mitarbeitenden müsse auch in Zeiten einer Pan­demie gewährleistet sein.

Mit Blick auf die Rückkehr in einen Regelbetrieb nach der Coronapandemie betonen die Experten der DGIIN, dass Pflegefachpersonen in allen Bereichen der Entscheidungs­fin­dung aktiv und sichtbar eingebunden werden müssen.

„Um auch zukünftig ein hohes Qualitätsniveau der intensivmedizinischen Behandlung gewährleisten zu können, ist es unerlässlich, dass sich die Rahmenbedingungen für die Pflegenden verbessern“, so das Fazit von Stefan John, Präsident der DGIIN und Leiter der internistischen Intensivmedizin am Klinikum Nürnberg Süd. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

3. Juli 2020
Berlin – Das umstrittene Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (IPReG) ist gestern im Bundestag mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von Union und SPD beschlossen worden. Dem
Bundestag beschließt Intensivpflegegesetz – die Kritik bleibt
3. Juli 2020
München – Rund 350.000 Pflege- und Rettungskräfte in Bayern haben Anträge auf den wegen der Coronakrise gewährten Pflegebonus gestellt. Bislang seien mehr als 181.000 Anträge bearbeitet und knapp 80
350.000 Anträge auf Pflegebonus in Bayern
1. Juli 2020
Magdeburg – Nahezu 40.000 Beschäftigte in der Altenpflege in Sachsen-Anhalt erhalten demnächst die vom Land aufgestockte Einmalzahlung für ihren besonderen Einsatz in den Coronazeiten. Die erste
Bonus geht an fast 40.000 Pflegekräfte in Sachsen-Anhalt
30. Juni 2020
Berlin – Zwei Tage vor der Abstimmung im Bundestag über das Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (IPReG) hat sich heute erneut Protest von Betroffenen formiert. Sie erhielten
Weiter scharfer Protest gegen das Intensivpflege- und Rehagesetz
29. Juni 2020
Berlin – Der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) spricht sich für Änderungen an der Verordnung zur Erhöhung der Bevorratung mit Arzneimitteln zur intensivmedizinischen Versorgung
Intensivmedizinische Arzneimittelvorräte: Krankenhausapotheker für Ausweitung
24. Juni 2020
Berlin – FDP, Linke und Grüne kritisieren die Pläne von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) zur Reform der Intensivpflege bei Patienten, die dauerhaft beatmet werden müssen. In einem
FDP, Linke und Grüne kritisieren Spahns Intensivpflegegesetz
24. Juni 2020
Wiesbaden – Hessen stellt die Weichen für eine bessere Finanzierung der Pflegeschulen im Land. Gerade die Coronakrise der vergangenen Monate habe gezeigt, wie wichtig es ist, Menschen für die
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER