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Politik

Spahn will Blutspenderegeln für homosexuelle Männer nicht lockern

Mittwoch, 27. Mai 2020

/Belish, stock.adobe.com

Berlin − Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will die bestehenden Blutspende­re­geln für ho­mosexuelle Männer auch in der Coronapandemie nicht verändern. In einem Brief an FDP-Abgeordnete verwies Spahn auf die Risikobewertung des Robert-Koch-Ins­ti­tuts (RKI).

In dieser Bewertung werden homosexuelle Männer wegen der Gefahr von Infektionsüber­tragungen wie etwa HIV als Risikogruppe eingestuft. Ihm sei es wichtig, dass der Schutz von Empfängern „an erster Stelle“ stehe, schrieb Spahn an die FDP-Bundestagsabge­ord­neten Katrin Helling-Plahr und Jens Brandenburg, die sich bei dem Minister für eine Auf­hebung der Regelungen stark ge­macht hatten.

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Dabei müsse allerdings „jeder Anschein einer Diskriminierung aufgrund der sexuellen Iden­tität ausgeschlossen werden“, schrieb der Minister weiter. Mit Blick auf die bestehen­den Regeln stünden derzeit aber „keine alternativen validen Methoden zur Verfügung“. Spahn verwies zudem darauf, dass die Versorgung in Deutschland mit Blutkonserven der­zeit gewährleistet sei.

Homosexuelle Männer dürfen in Deutschland derzeit nur dann Blut spenden, wenn sie zwölf Monate lang keinen Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann gehabt haben.

Brandenburg zeigte für die Haltung Spahns kein Verständnis. „Die Voraussetzung von zwölf Monaten Enthaltsamkeit ist medizinisch unnötig und lebensfremd“, sagte der Spre­cher für LSBTI (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexu­elle) der FDP-Bundestagsfraktion. Statt haltlo­ser Vorurteile solle nur das tatsäch­liche Risikoverhalten möglicher Blutspender entschei­dend sein.

Brandenburg betonte, dass in vielen Bundesländern die Blutkonserven knapp würden. Teilweise reichten die Vorräte nur noch für einen Tag. Die knappen Blutkonserven könn­ten Leben kosten. „Das ewig gestrige Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer fällt uns jetzt auf die Füße. Krankenhäuser und Patienten sind dringend auf jede einzelne Blutspende angewiesen“, mahnte er. © afp/may/aerzteblatt.de

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